Sonntag, 9. Jänner 2005

Beziehungsdrama in Wien endete tödlich: 27-jährige Asylantin von Gatten erstochen!

  • Zweijähriges Kind musste die Tat mitansehen
  • Tatverdächtiger zertrümmerte Scheibe von Polizeiauto

Eine 27-jährige Mazedonierin, vermutlich Angehörige einer polnischen Minderheit, ist in der Nacht auf Sonntag in einem Asylantenheim in Wien-Landstraße offenbar von ihrem Ehemann erstochen worden. Das berichtete Oberst Karl Kmoch, Leiter des Kriminalkommissariats Ost. Den blutigen Vorfall mitansehen musste das zweijährige Kind des Paares, das seit einiger Zeit in Österreich lebte. Der mutmaßliche Täter randalierte bei seiner Festnahme.

Die Familie war in dem Heim in der Veithgasse 5 in einer Wohneinheit untergebracht, die um Mitternacht von einem Portier versperrt wird. Gegen 2.30 Uhr hörte der Portier, ein Russe, Agim A. aus Mazedonien laut um Hilfe schreien. "Meine Frau ist tot", rief der 24-Jährige.

Der Russe öffnete die Türen, A. lief auf die Straße. Dort stieß er auf einen Passanten, dem er sein Handy entgegen hielt. Gewählt hatte der Mazedonier den Notruf 133, allerdings konnte er sich nicht verständigen. Der Fußgänger, zufällig ein Polizist außer Dienst, verständigte die Behörde und ging mit A. in die Unterkunft zurück.

Dort lag Magdalena A., lediglich mit T-Shirt und Slip bekleidet in einer Blutlache. Vermutlich war sie zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Ihr Mann schleppte den leblosen Körper ins Stiegenhaus, an der Haustür traf er auf die alarmierte Exekutive.

Plötzliche begann Agim A. auszurasten. Er rannte gegen eine Wand, dann mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe eines Polizeiautos - mit so einer Wucht, dass das Glas brach. Er sprang auf einen Funkwagen, brüllte und spuckte auf den Boden. Schließlich konnte der Verdächtige festgenommen werden. Sichergestellt wurde die Tatwaffe - ein Messer - und die Kleidung des Mannes. Diese Gegenstände werden nun auf DNA-Spuren überprüft.

Die Frau starb an einem Stich in die Herzgegend. Da die Wohneinheit versperrt war und nicht von außen betreten werden konnte, gingen die Kriminalisten von einem Streit mit Todesfolge aus.

"Vermutlich hatte A. keine Mordabsicht, sondern dürfte seine Frau im Zuge der Auseinandersetzung erstochen haben", so Kmoch. Die Einvernahmen des Verdächtigen gestalteten sich schwierig, da der 24-jährige sich auch nach seiner Festnahme nicht beruhigen wollte und in drei verschiedenen Sprachen schrie. Daher blieb das Motiv zunächst unbekannt.

Die Aussagen der anderen Heimbewohner waren widersprüchlich. Ein Zeuge gab an, zwischen dem Paar hätte harmonische Stimmung geherrscht. Ein anderer berichtete von Streitigkeiten seit Wochen. Eine Zeuge meinte, er habe der Frau Hilfe angeboten, die diese ablehnte.

Vier Personen in der Unterkunft wurden im Zuge des Einsatzes nach Überprüfung ihrer Personalia auf Grund des Fremdenrechtes festgenommen. Zwei befanden sich am Nachmittag wieder auf freiem Fuß, zwei blieben in Schubhaft. (apa)

9.1.2005 15:26