Freitag, 7. Jänner 2005

'Zeit ist reif, dass die Grünen mitregieren': Van der Bellen will mit SP oder VP koalieren

  • Grünen-Chef rechnet mit drittem Platz bei nächster Wahl
  • Im Interview aber Kritik an beiden möglichen Partnern

Die "Zeit ist reif, dass die Grünen mitregieren", erklärte der Bundessprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen. Er glaube, dass die FPÖ auf den vierten Platz zurück fallen werde. "Die Zeit ist reif, entweder mit der ÖVP oder mit der SPÖ einen Regierungspakt zu schließen".

Sollte sich die ÖVP im Fall von Koalitionsverhandlungen aber so verhalten wie bei den Gesprächen 2003, "nämlich, dass wir das ganze Gesicht verlieren sollen und sie gar nichts, dann werde ich nicht zögern, meiner Partei eine Fortsetzung der Opposition zu empfehlen". Eine Zusammenarbeit mit der SPÖ sei - neben großen Differenzen etwa über den EU-Beitritt der Türkei - auch eine Frage des Wahlausgangs.

Keine Bedingungen für Mitregieren
Bedingungen für den Fall des Mitregierens gibt es von Van der Bellen vor den nächsten Nationalratswahlen keine. "Das wäre völlig unangebrachte Arroganz. Zuerst muss man Wahlen gewinnen". Es sei aber kein Geheimnis, dass die Grünen für die Bereiche Ökologie, Menschenrechte vor allem auch beim Thema Asyl sowie Bildung und Forschung stehen. Und dies müsste sich auch im Budget widerspiegeln.

Van der Bellen bleibt Spitzenkandidat
Er selbst, so Van der Bellen, werde 2006 als Parteichef und Spitzenkandidat antreten. Über Nachfolgespekulationen für die Zeit danach wolle er nichts sagen. "Aber Eva Glawischnig ist unbestritten Nummer zwei in Partei und Parlamentsklub".
(apa)

7.1.2005 13:50