US-Bericht über Antisemitismus in Österreich: Über hundert Vorfälle 2004
- Mehrere Medien mit extremistischen Inhalten
- Aber auch genaue staatliche Beobachtung dokumentiert
Über mehr als hundert antisemitische Vorfälle im Jahr 2004 in Österreich, aber auch über die Bemühungen im Kampf gegen Antisemitismus wird im Bericht des US-Außenministeriums über Antisemitismus im Österreich-Kapitel geschrieben. In den nach einzelnen Ländern gegliederten Abschnitten werden darin antisemitische Akte sowie die Reaktion der Regierungen darauf erläutert.
Im Jahr 2004 sei es laut Berichten des österreichischen "Forums gegen Antisemitismus" zu fünf tätlichen antisemitischen Angriffen in Österreich gekommen, im Jahr 2003 wurden acht Angriffe gemeldet.
In den ersten elf Monaten 2004 habe das Forum gegen Antisemitismus 122 antisemitische Vorfälle registriert, 134 derartige Taten im Jahr 2003. Dabei habe es sich etwa um Beschimpfungen, Schmierereien, Drohbriefe, antisemitische Postings im Internet, Beschädigung von Eigentum und beleidigende Anrufe sowie tätliche Angriffe gehandelt. Die Europäische Beobachtungsstelle gegen Xenophobie und Rassismus habe festgestellt, dass der Antisemitismus in Österreich mehr durch diffuse traditionelle antisemitische Stereotypen als durch Akte physischer Gewalt charakterisierbar sei.
In Publikationen der Regierung gebe es keine anti-jüdischen Ressentiments. Nichtstaatliche Medien die antisemitisch agitieren wollten, versuchten es durch eine verschleierte Sprache deren wahre Absicht von den meisten Bürgern verstanden werde.
Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands stufe u.a. Inhalte in folgenden Medien als revisionistisch oder extremistisch ein: Aula, Kommentare zum Zeitgeschehen, Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik, Huttenbriefe-Deutsches Kulturwerk Europäischen Geistes/Deutsche Kulturgemeinschaft, Die Kameradschaft, Fakten, Der Eckart, PNO-Nachrichten, Top Secret - Phoenix, Die Umwelt, und Halt.(apa/red)
