Mittwoch, 5. Jänner 2005

Tiroler Berge als weiße Todesfalle: Zwei Männer ließen ihr Leben im Schnee

  • 60-Jähriger erstickte qualvoll bei Skiunfall im Ötztal
  • Tiroler rutschte im Wald aus und stürzte in den Tod

Gleich zwei Menschen ließen am Dienstag in den Bergen Tirols auf ungewöhnliche Weise ihr Leben. Ein 40-jähriger Mann rutschte beim Abstieg vom Längenfelder Ortsteil Oberried in das Hauertal auf einer Eisplatte aus und stürzte in den Tod. Ein Deutscher blieb bei einem Skiunfall im Ötztal tief mit dem Kopf im Schnee stecken und erstickte.

Sturz in den Tod
Beim 100-Meter-Absturz in ein Waldstück bei Längenfeld im Tiroler Ötztal ist am Dienstag ein 40-jähriger Tiroler tödlich verletzt worden. Sein um ein Jahr älterer Bruder konnte sich nach zehn Metern halten und überlebte unbestimmten Grades verletzt.

Die beiden Brüder waren vom Längenfelder Ortsteil Oberried aus in das Hauertal unterwegs. Beim Abstieg auf einem schneebedeckten Waldweg dürfte der vorausgehende 40-Jährige auf einer Eisplatte ausgerutscht sein.

Der ältere Bruder konnte über den Alpinnotruf die Bergrettung verständigen. Unter schwierigsten Bedingungen stieg er zu seinem verunglückten Bruder ab. Der inzwischen eingetroffene Rettungshubschrauber konnte den Notarzt mittels Tau beim Abgestürzten absetzen, wobei dieser beim 40-Jährigen tödliche Absturzverletzungen feststellte. Der 41-Jährige wurde mit der Rettung ins Krankenhaus nach Zams eingeliefert.

Im Schnee erstickt
Bei einem Skiunfall im Tiroler Ötztal ist ein 60-jähriger Deutscher einen Meter tief im Schnee stecken geblieben. Rettungsversuche des Schwiegersohnes und eines weiteren Skifahrers kamen zu spät. Der Urlauber starb noch an der Unglücksstelle.

Die Urlaubergruppe war vom 3.058 Meter hohen Gaislachkogel abgefahren. Bei einem Steilhang geriet der Deutsche über den linken Pistenrand hinaus und blieb acht Meter außerhalb der markierten Piste mit dem Kopf voraus im Schnee stecken. Der Schwiegersohn des Verunglückten, der 100 Meter unterhalb der Unfallstelle auf den Mann gewartet hatte, stieg auf und befreite mit einem weiteren Skifahrer den 60-Jährigen aus dem Schnee. Anschließend versuchten sie, den nicht mehr ansprechbaren Mann bis zum Eintreffen der Rettungsmannschaft bzw. des Rettungshubschraubers zu reanimieren, was jedoch erfolglos verlief.
(apa/red)

5.1.2005 09:59