Dienstag, 4. Jänner 2005

Klares Nein der FPÖ: Scheibner stemmt sich gegen Ruf nach einer Gesamtschule

  • FP-Klubchef: Wäre Orientierung an den Schlechtesten
  • Vorschuljahr bei fehlenden Deutsch-Kenntnissen Pflicht

Ein klares Nein zu Überlegungen in Richtung Gesamtschule kommt von den Freiheitlichen. Denn, so Klubchef Herbert Scheibner, mit der Gesamtschule wäre die Gefahr der Nivellierung nach unten verbunden. Die Bildungspolitik wird für die FPÖ einer der Schwerpunkte der kommenden Monate sein - freilich ausdrücklich nicht nur wegen der jüngsten Pisa-Ergebnisse. Denn, so wie er Nein zur Gesamtschule sagt, lehnt es Scheibner auch ab, "anlassbezogen hysterisch" zu agieren.

Bei der Gesamtschule besteht für Scheibner die Gefahr, dass es zu einer Orientierung an den Schlechtesten komme und die Begabten übrig bleiben. Dass beim Pisa-Sieger Finnland die Gesamtschule sehr wohl funktioniere, will der Klubobmann dabei unter Verweis auf die dort hohe Quote von Schulabbrechern nicht als Argument für diese Schulform gelten lassen.

Ein Dorn im Auge sind Scheibner auch die schlechten Deutschkenntnisse mancher ausländischer Schüler, vor allem in den Städten. "Wer dem Unterricht nicht folgen kann, weil er die Sprache nicht versteht, der kann eben nicht im normalen Regelunterricht dabei sein", sagte er. Abhilfe schaffen könnte etwa der verpflichtende Besuch einer Vorschulklasse. Vom Kindergarten würden betroffene Eltern ihre Kinder oft fern halten. Daher müsse man eben "freundlich nachhelfen".

Maßnahmen in diesem Bereich sollten Hand in Hand gehen auch mit einer Neufassung des Integrationsvertrages. Denn: "Wir wollen keine Parallelgesellschaft, so wie das in Deutschland der Fall ist."

Insgesamt sollte man die Bildungspolitik immer wieder daran messen, ob sie dem internationalen Vergleich stand halte. Ideologie dürfe dabei kein Maßstab sein. Scheibner bekannte sich in diesem Zusammenhang auch zur Einschränkung der Notwendigkeit für Zweidrittel-Mehrheiten bei Schulgesetzen. Verfassungsmäßig verankert werden sollten nur mehr Grundsätze. Für alles andere sollte eine einfache Mehrheit ausreichen, um flexibler auf aktuelle Notwendigkeiten reagieren zu können. (apa/red)

4.1.2005 09:41