Am 1. Jänner startet in Deutschland Lkw-Maut: Massive Staus an Grenzen erwartet
- Mautpflicht für alle Lkw mit Gewicht über 12 Tonnen
- Österreichs Frächter vorbereitet: 18.000 Lkw registriert

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Fuß weg vom Gas und vorausschauend fahren
Nach massiven Verzögerungen wegen technischer Probleme ist am 1.1.2005 nun doch so weit: Auch auf Deutschlands Autobahnen wird die Lkw-Maut eingeführt. Weil für die Maut erst 300.000 automatische Board-Geräte ausgegeben worden sind, der Mautbetreiber Toll Collect aber mit bis zu 1,4 Mio. mautpflichtigen Lkw (über 12 Tonnen) rechnet, erwarten die Behörden nun erhebliche Staus an den Grenzen.
Ursprünglich hatten die Betreiber 500.000 Board-Geräte ausgeben wollen, die Frächter hätten aber nicht mehr Geräte bestellt, beklagte Toll Collect-Sprecherin Claudia Steen am Dienstag.
Einführung der Lkw-Maut hat auch Auswirkungen auf Reiseverkehr
Der ÖAMTC geht von gröberen Verkehrsbelastungen in Kiefersfelden/Kufstein, in Suben bei Passau und in Salzburg (Walserberg) aus. Pro Stunde könnten allerdings nur fünf bis sechs Fahrzeuge pro Terminal abgefertigt werden. Mit Auswirkungen sei daher auch auf den Reiseverkehr zu rechnen, so Gerhard Koch vom ÖAMTC. Die große Lkw-Welle ist laut den Frächtern nach den Feiertagen ab dem 10. Jänner zu erwarten.
Österreichs Frächter gut gerüstet
Bis 26. Dezember haben Österreichs Frächter rund 18.000 Lkw für die deutsche Lkw-Maut vorregistriert. Laut dem heimischen Fachverband für Güterbeförderung sind das so gut wie alle österreichischen Lkw, die im grenzüberschreitenden Verkehr nach Deutschland unterwegs sind. "Dadurch, dass wir die Maut im eigenen Land schon haben, sind wir wesentlich sensibilisierter als alle anderen Länder", meinte der Geschäftsführer des Facherverband, Rudolf Bauer. Rund 13.000 österreichische Lkw seien auch schon mit einem Board-Gerät ausgestattet worden.
Frächter-Fachverband rät von Fahrten nach Deutschland ab
Der Frächter-Fachverband rät dennoch allen heimischen Transporteuren, in den ersten Wochen - wenn möglich - von einer Fahrt nach Deutschland Abstand zu nehmen. Der Einbau von Board-Geräten sei nur in den an Deutschland angrenzenden Ländern möglich gewesen. Frächter vor allem aus der Türkei, aus Italien oder auch aus Ungarn hätten daher keinen Zugang zu den Geräten gehabt und müssten sich in den ersten Wochen daher allesamt manuell einbuchen. Unter Staus an den Grenzen würden aber alle leiden, "weil die, die Board-Geräte haben, auch stehen werden", meint Bauer. (APA/red)
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