Donnerstag, 30. Dezember 2004

Deutsche SMS-Fahndung gefloppt: Polizei erhielt keinen einzigen Bürger-Hinweis!

  • Projektleiter: "Erwartungen sind nicht aufgegangen"
  • Bundesweit wurden '04 20 SMS-Fahndungen ausgelöst

Zehn Monate nach ihrer Einführung steht die SMS-Fahndung in Deutschland offenbar vor dem Aus. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete, reagierte noch kein einziger Bürger auf die Aufrufe der Polizei, Hinweise auf Verbrecher oder vermisste Personen zu geben. Deutschlandweit wurden bisher 20 SMS-Fahndungen ausgelöst.

Die Täterjagd per Handy, vom deutschen Innenminister Otto Schily (SPD) im Februar 2004 als "wertvolle Hilfe" für die Ermittler gepriesen, scheitert laut "Focus" vor allem an der geringen Akzeptanz. Nur drei Polizeibehörden (Lüneburg, Bochum und Magdeburg) beteiltigen sich an dem Projekt des deutschen Bundeskriminalamts (BKA), gerade einmal 1.132 Bürger lassen sich Fahndungsaufrufe aufs Mobiltelefon senden.

"Unsere Erwartungen sind nicht aufgegangen", sagte der Projektleiter der SMS-Fahndung in Bochum, Frank Nows, zu "Focus". Man müsse ernsthaft überlegen, ob die Methode weiter angewendet werden könne. "Es macht keinen Sinn, dass wir allein auf weiter Flur kämpfen", so Nows. (apa)

30.12.2004 13:17