Dienstag, 28. Dezember 2004

Warme Witterung in USA: Ölpreis nach starken Einbrüchen wieder stabil

  • Ein Barrel kostete in Singapur 41,40 Dollar
  • Saudi-Arabien rechnet mit deutlich höheren Ölreserven

Nach einem Einbruch um fast drei Dollar hat sich der Ölpreis im asiatischen Handel am Dienstag zunächst wieder stabilisiert. Ein Barrel der New Yorker Referenzsorte Light Sweet Crude kostete in Singapur 41,40 Dollar, acht Cent mehr als am Vorabend. In New York war der Preis am Montag um 2,86 Dollar oder 6,5 Prozent auf einen Schlusskurs von 41,32 Dollar gefallen. Händler machten die zuletzt überraschend hohen Mineralölvorräte sowie die warme Witterung in den USA für den Preisrutsch verantwortlich.

Die Wettervorhersagen kündigten für die USA ein viel milderes Wetter an als für die Jahreszeit üblich, sagte der Analyst der Finanzgruppe Refco, Marshall Steeves. Beim prognostizierten Temperaturanstieg um zehn Grad werde deutlich weniger Heizöl gebraucht als erwartet. Das US-Energieministerium hatte zudem vergangene Woche bekannt gegeben, dass sowohl die Vorräte an Rohöl als auch an Mineralölprodukten in den USA deutlich zugenommen haben.

Unterdessen verlautete aus Saudi-Arabien, die dortigen Ölreserven könnten in einigen Jahren um fast 77 Prozent auf über 461 Mrd. Barrel steigen. "Es bestehen gute Aussichten, die förderbaren Reserven des Königreiches um 200 Mrd. Barrel zu erhöhen", teilte Ölminister Ali Naimi nach der Einweihung eines neuen Ölfeldes mit. Bisher ist Saudi-Arabien mit 261 Mrd. Barrel schon das ölreichste Land der Welt.

Naimi begründete seine Hoffnung zum einen mit neu zu entdeckenden Ölfeldern. Zum anderen könnten aber auch bekannte Lagerstätten besser ausgebeutet werden. Der Ölminister bekräftigte ferner den Willen des Landes, eine Balance zwischen Angebot und Nachfrage beim Öl zu finden. Demnach will das Land seine tägliche Förderkapazität von 11 auf 12,5 Mio. Tonnen ausbauen.

Offenbar reagiert Saudi-Arabien damit auf die Situation im Herbst, als die Ölpreise in Rekordhöhen geschossen waren. Damals konnten die OPEC-Länder nicht schnell genug zusätzliche Mengen auf den Markt werfen, um die Preisüberhitzung abzukühlen.

In London bleibt die Börse wegen der Weihnachtsfeiertage noch bis zum Mittwoch geschlossen. Am Freitag war der Preis für ein Barrel Nordseeöl der Marke Brent um 60 Cent auf 40,11 Dollar abgesackt.(apa/red)

28.12.2004 10:39