Montag, 27. Dezember 2004

VA Tech an Siemens: ÖIAG wird Verkauf
am 20. Jänner besiegeln

  • Nachbesserung des Siemens-Angebots erwartet
  • Goldman Sachs soll Druck machen

Der Aufsichtsrat der ÖIAG soll am 10. Jänner endgültig den Verkauf der staatlichen VA Tech-Anteile an den Siemens-Konzern besiegeln. Weil sich die Arbeitnehmerverteter in dem vor Weihnachten einberufenen Privatisierungsausschuss quer gelegt hätten, habe ÖIAG-Präsident Alfred Heinzel eine für den 10. Jänner eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen, berichtet eine österreichische Tageszeitung unter Berufung auf ÖIAG-Kreise.

Unklar ist noch der Preis. Während die ÖIAG die von Siemens geboten 55 Euro je VA Tech-Aktie zuletzt als "faires" Angebot bezeichnet hat, gingen Beobachter davon aus, dass der deutsche Elektromulti noch nachlegen werden müsse. Wichtige Aktionärsgruppen - vor allem die US-Investmentbank Investmentbank Goldman Sachs - seien für 55 Euro nicht zum Verkauf ihrer Aktien zu bewegen, schreibt der "Standard".

Goldman Sachs hat seinen VA Tech-Anteil laut Bericht bereits von fünf auf knapp zehn Prozent aufgestockt. Kommt es zu keiner Einigung über den Preis, könnte die US-Investmentbank nun mit ihren Stimmen die von Siemens angestrebte Aufhebung des 25-prozentigen Höchstimmrechts blockieren, für die eine außerordentliche Hauptversammlung am 17. Jänner einberufen wurde.

Die in den Satzungen festgeschriebene Stimmrechtsbeschränkung sieht vor, dass bei VA Tech kein Aktionär - egal wie viele Anteile er besitzt - mehr als 25 Prozent der Stimmrechte ausüben darf. Siemens, seit Anfang November mit 16,45 Prozent größter VA Tech-Aktionär, hat die Übernahme des Anlagenbauers in seinem Angebot von der ersatzlosen Abschaffung des Höchststimmrechts abhängig gemacht, braucht dafür allerdings eine Drei-Viertel-Mehrheit.

Die ÖIAG hält derzeit noch 14,7-Prozent an der VA Tech. Zu dem Angebotspreis von 55 Euro würde der Verkauf der Staatsholding rund 125 Mio. Euro einbringen. Die ÖIAG wäre damit - die begebenen Wandelanleihen, die erst 2006 Bargeld einbringen, eingerechnet - nach dem VA Tech-Verkauf endgültig schuldenfrei, so der Vorstand der Staatsholding. Er hat zuletzt den Verkauf an Siemens verteidigt. Siemens Österreich sei "zuzutrauen, dass sie verantwortungsbewusst mit den Arbeitsplätzen umgehen." Die Standorte würden garantiert, so der Vorstand zuletzt in einem Interview.(apa)

27.12.2004 08:26