Ahonen weiter unschlagbar: Fliegender Finne siegt in Garmisch vor Morgenstern
- Sechs Punkte fehlen zum ersten ÖSV-Erfolg 2005
Janne Ahonen hat auch im Neuen Jahr seine unheimliche Siegesserie fortgesetzt. Der 27-jährige Finne gewann das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen in überlegener Manier und hat nach dem neunten Saisonsieg auf insgesamt 27 Weltcup-Erfolge erhöht. Mit Weiten von 124 und 128 Metern verhinderte Ahonen mit sechs Punkten Vorsprung den ersten österreichischen Saisonerfolg: Thomas Morgenstern landete zum dritten Mal in diesem Winter auf dem zweiten Platz und sorgte für den insgesamt achten Stockerlplatz der ÖSV-Adler.
Martin Höllwarth als Vierter und Andreas Widhölzl als Neunter komplettierten das ausgezeichnete Garmisch-Ergebnis der Mannschaft des "Geburtstagskinds" Alexander Pointner (34).
Morgenstern, der sich in der Gesamtwertung vom elften auf den zweiten Platz katapultierte, war zufrieden: "Im zweiten Durchgang war es sicher ein sehr starker Sprung. Ich weiß nicht, was noch fehlt, dass ich so weit springe wie Ahonen. Vielleicht kann ich mit der Note etwas herausholen. Es war ein guter Start ins Neue Jahr." Dabei mag er Garmisch eigentlich überhaupt nicht. "Aber wenn man gut in Form ist, dann springt man überall gut."
Ahonen "ist ein Wahnsinn"
Zum Überflieger Ahonen meinte der 18-jährige Kärntner: "Da muss ein Wunder geschehen, um ihn in der Tourneewertung noch zu schlagen." Auch Höllwarth zollte dem "Schanzen-Schumi" Respekt: "Im zweiten Durchgang musste ich angreifen, das ist sehr gut gelungen, aber Ahonen ist noch eine Klasse besser. Der ist ein Wahnsinn momentan."
Aber er ist keineswegs unantastbar, hat aber derzeit auch die nötige Portion Glück. Im zweiten Durchgang bei 128 Metern wäre der Suomi beinahe gerodelt. "Es war ein bisschen schwierig, weil ich vor der Landung noch sehr hoch war. Es war schwer, den Sprung zu stehen. Es war sehr knapp", gab auch Ahonen zu. Tatsächlich berührte Ahonen sogar mit dem Hosenboden den Schnee, allerdings erst nach der Linie, die über Sturz oder weitere Punkteabzüge entscheidet.
Aufwind für Widhölzl
Widhölzl konnte nach seinem "Salto nullo" in Oberstdorf als Neunter wieder aufatmen, auch wenn er mit einer besseren Landung im ersten Durchgang mehr herausholen hätte können. "Zwei bis drei Ränge weiter vorne wären möglich gewesen. Aber ich bin froh, dass ich diesmal stabiler war. In Innsbruck wird es sicher noch ein Stück besser gehen."
In den Punkterängen landeten auch Andreas Goldberger (17.) und Wolfgang Loitzl (24.). Alle acht ÖSV-Adler hatten sich qualifiziert, mit Andreas Kofler, Balthasar Schneider und Florian Liegl sind drei Athleten im K.o.-Durchgang ausgeschieden.
Gutes Gefühl bei Goldberger
Goldberger war mit seinem Abschneiden recht zufrieden: "Ich habe wieder etwas Gefühl gehabt. Sogar Fehler sind mir aufgefallen, das ist ein gutes Zeichen, dass es aufwärts geht. Ich juble derzeit eher innerlich, weil mir etwas gelungen ist, was ich mir vorgenommen habe." Für Loitzl, in Oberstdorf 18., ging es nicht ganz nach Wunsch. "Ich bin nicht anders gesprungen als an den Vortagen, aber es hat nicht funktioniert. Ich bin mir nicht sicher wieso, deshalb bin ich etwas frustriert."
Deutlichen Aufwind gab es aber auch für die Deutschen, die noch in Oberstdorf mit Michael Uhrmann als Achten nur einen Springer in den Top 15 aufzuweisen hatten. Mit Georg Späth auf Platz drei und Uhrmann als Fünftem hatten die Gastgeber, die diesmal nach der bisher wenig erfreulichen Saison doch deutlich weniger Zuschauer beim Neujahrsspringen hatten, ein Erfolgserlebnis. Und Publikumsliebling Martin Schmitt holte als 27. seine ersten Weltcup-Punkte dieser Saison.
| Ergebnis des Neujahrsspringens in Garmisch: | |||
| 1. | Janne Ahonen | FIN | 260,1 Punkte (124,0 m/128,0 m) |
| 2. | Thomas Morgenstern | AUT | 254,1 (119,5/122,5) |
| 3. | Georg Späth | GER | 247,2 (120,5/118,5) |
| 4. | Martin Höllwarth | AUT | 243,0 (116,0/121,5) |
| 5. | Michael Uhrmann | GER | 236,6 (118,5/116,0) |
| 6. | Jakub Janda | CZE | 233,1 (118,0/114,0) |
| 7. | Adam Malysz | POL | 232,6 (117,0/115,0) |
| . | Roar Ljökelsöy | NOR | 232,6 (115,0/117,0) |
| 9. | Andreas Widhölzl | AUT | 229,5 (117,5/115,0) |
| 10. | Daiki Ito | JPN | 228,1 (115,0/114,5) |
| 11. | Matti Hautamäki | FIN | 228,0 (111,5/118,5) |
| 12. | Robert Mateja | POL | 227,5 (113,0/117,0) |
| 13. | Sigurd Pettersen | NOR | 225,3 (112,0/116,5) |
| 14. | Andreas Küttel | SUI | 224,8 (114,5/114,0) |
| 15. | Noriaki Kasai | JPN | 223,0 (110,5/117,0) |
| 16. | Henning Stensrud | NOR | 217,0 (113,5/111,5) |
| 17. | Andreas Goldberger | AUT | 214,9 (111,5/111,5) |
| . | Primoz Peterka | SLO | 214,9 (112,5/110,5) |
| 19. | Dmitrij Wassilijew | RUS | 205,3 (109,5/109,0) |
| 20. | Risto Jussilainen | FIN | 205,1 (108,0/111,5) |
| 21. | Akira Higashi | JPN | 203,4 (108,0/110,0) |
| 22. | Alexander Herr | GER | 201,8 (109,0/109,5) |
| 23. | Michael Neumayer | GER | 201,7 (112,0/109,5) |
| 24. | Wolfgang Loitzl | AUT | 201,3 (109,5/106,5) |
| 25. | Lars Bystöl | NOR | 199,3 (108,5/107,5) |
| 26. | Tommy Ingebrigtsen | NOR | 198,8 (109,5/106,5) |
| 27. | Martin Schmitt | GER | 190,7 (105,0/106,5) |
| 28. | Jörg Ritzerfeld | GER | 190,0 (108,0/104,5) |
| 29. | Björn Einar Romören | NOR | 188,8 (107,0/104,0) |
| 30. | Morten Solem | NOR | 180,3 (107,0/ 99,0) |
Nicht für das Finale qualifiziert u.a.: 31. Andreas Kofler, 33. Balthasar Schneider, 41. Florian Liegl
| Zwischenstand Tourneewertung nach 2 Bewerben: | ||
| 1. | Ahonen | 528,5 |
| 2. | Morgenstern | 492,6 |
| 3. | Ljökelsöy | 491,4 |
| 4. | Höllwarth | 488,7 |
| 5. | Malysz | 486,4 |
| 6. | Uhrmann | 479,3 |
(apa/red)
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