Samstag, 1. Jänner 2005

Karitatives Engagement: Martin Höllwarth ruft zu Spendenaktion für Flutopfer auf

  • "Jeder Tournee-Zuschauer soll einen Euro hergeben"
  • Auch für ÖSV-Springer rückt der Sport in den Hintergrund

Die fürchterliche Tsunami-Katastrophe in Asien ist freilich auch Hauptgesprächsthema bei den Skispringern. Die Analysen über verlorene Meter, Anlaufgeschwindigkeiten oder auch verpasste Podestplätze geraten angesichts der Schreckensbilder, die die Athleten täglich im Fernsehen verfolgen, zu "Problemchen". Mit einer Absage der Tournee oder ähnlichem wäre niemandem geholfen, meinte auch Martin Höllwarth. "Vielleicht kann man ja einen Aufruf machen, dass jeder Zuschauer bei der Tournee einen Euro hergeben soll. Da käme auch ein Haufen Spenden-Geld zusammen", sagte Höllwarth.

Der Tiroler macht sich einige Gedanken zur Katastrophe. "Die Sache hat zwei Seiten: Einerseits ist man natürlich sehr betroffen, andererseits muss man das Leben weiterleben. Die Frage ist: Helfe ich den Leuten, wenn ich zu Silvester nicht feiern gehe?" Da wäre eine Spendenaktion schon weit sinnvoller. "Wenn man die Bilder im TV sieht, braucht man eh nimmer mehr sagen."

Höllwarth glaubt an Vorherbestimmung. "Wenn ich bedenke, vor ein paar Wochen war mein Schwiegervater in Indien", meinte er nachdenklich.

Morgenstern: "Es ist einfach brutal, was die Erde machen kann"
Gleichzeitig sind die Sportler auch eine Art "Entertainer", und müssen den Leuten auch Hoffnung geben. "Das ist sicher eine Aufgabe von uns, auch ein bisserl abzulenken", sagt auch Team-Weltmeister Wolfgang Loitzl. Der Steirer sieht die Diskussionen um das Abschneiden in Oberstdorf in anderem Blickwinkel: "Das Ganze ist so lächerlich im Vergleich dazu." Auch der erst 18-jährige Thomas Morgenstern ist geschockt. "Es ist einfach brutal, was die Erde machen kann. Da ist es mir vergleichsweise wurscht, wenn ich ein paar Mal nur bei 50 Metern lande."

1.1.2005 15:43