Mittwoch, 29. Dezember 2004

Hermann Maier vom Winde verweht: Harsche Kritik an FIS-Renndirektor Hujara

  • Maier: "Rennen hätte nicht gestartet werden dürfen"
  • "Herminator" ruft zu einer Fahrergewerkschaft auf

Für Gesamt-Weltcup-Sieger Hermann Maier ist die WM-Generalprobe am Mittwoch in Bormio alles andere als nach Wunsch verlaufen. Der Salzburger ist derzeit nicht vom Glück verfolgt, einmal mehr wurden Maier ungünstige Windverhältnisse zum Verhängnis. "Nach Lake Louise und Gröden hat es mich heute zum dritten Mal erwischt", klagte der auf Rang elf verblasene Flachauer, der auf Grund der schwierigen und unregelmäßigen Windverhältnisse Kritik am Internationalen Skiverband FIS übte: "Diese Abfahrt hätte nicht gestartet werden dürfen. Aber momentan wird einfach jedes Rennen durchgepeitscht."

Besonders FIS-Renndirektor Günther Hujara bekam vom "Herminator" sein Fett ab. "Der versteckt sich die meiste Zeit. Immer wenn es um wichtige Entscheidungen geht, ist er nicht da. Nur bei den Einlass-Zeiten für die Besichtigungen ist er immer pünktlich", war Maier sauer. Vor allem deswegen, weil die Fahrt am Mittwoch fehlerlos war. "Ich bin sehr couragiert gefahren, habe von oben bis unten voll gekämpft. Ich habe mich schon lange nicht mehr so reingehängt wie heute. Aber leider wurde ich dafür nicht belohnt. Das ist bitter."

Maier ruft zu einer Art Fahrergewerkschaft auf. "Doch auch mit den Athleten ist das eine schwierige Sache. Man sollte einfach als einzelne Person so couragiert sein und bei solchen Verhältnissen einfach nicht starten." Maier relativierte seinen Ärger aber auch: "Man hat in den letzten Tagen gesehen, was die Natur anrichten kann. Da ist unser Problem mit dem Wind harmlos, es geht nur um ein schlechtes Resultat."

Aber nicht nur Maier zeigte sich nach der Bormio-Abfahrt verärgert. Auch der norwegische Routinier Lasse Kjus (29.) schäumte: "Das ist eine scheiß Verschwendung meiner Zeit." Der US-amerikanische Weltcup-Leader Bode Miller (14.) meinte sarkastisch: "Vielleicht sollten wir eine Jury wie beim Freestyle einführen, die bewertet, wer am schönsten fährt."

Chancenlos war auch der neue Weltrekordler Kristian Ghedina (21.), der seine 151. Weltcup-Abfahrt bestritt und Peter Wirnsberger (AUT) als "ewige Nummer 1" ablöste. Als Trost gab es für den Lokalmatador im Zielraum eine riesige Torte, geschmückt mit der Zahl 151.

29.12.2004 16:39