Marlies Schild gewinnt nach dem RTL auch den Slalom: "Es war ein richtiger Spaß"
- Laufbestzeit für Österreicherin in beiden Durchgängen
- Zweiter platz für Kostelic - Tanja Poutiainen wird Dritte
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Marlies Schild hat auf dem Semmeringer Zauberberg vor Rekord-Kulisse für ein Skifest und Wintermärchen gesorgt. Einen Tag nach ihrem Riesentorlauf-Triumph gewann die 23-jährige Salzburgerin am Mittwochabend auch den Flutlicht-Slalom. Und das nach einer wahren Demonstration, denn nach zweimaliger Laufbestzeit distanzierte Schild die Kroatin Janica Kostelic um gleich 1,04 Sekunden. Die Finnin Tanja Poutiainen baute als Dritte ihre Führung im Gesamt-Weltcup aus.
13.700 Fans inklusive ihrer Eltern Rosi und Josef waren nach dem Doppeltriumph von Schild aus dem Häuschen. Die Salzburgerin selbst zunächst fast sprachlos. "Ich kann es nicht glauben. Diese Rennen hier, dieses fantastische Publikum. Es war ein richtiger Spaß, hier runter zu fahren", sagte die Saalfeldenerin, nachdem sie den Rest der Slalomwelt in Grund und Boden gefahren hatte und neun Jahre nach Elfi Eder für den zweiten Slalom-Erfolg einer Österreicherin auf dem Semmering gesorgt hatte.
Schon im ersten Lauf war sie fast eine Sekunde vor Poutiainen und Kostelic gelegen, trotzdem fuhr die Vize-Weltmeisterin auch im zweiten mit vollem Risiko aber auch traumwandlerischer Sicherheit. Von Nervosität war jedenfalls trotz der Fans beim Heimrennen keine Spur zu sehen. "Natürlich hat mir der Sieg im Riesentorlauf Aufschwung gegeben. Ich habe aber trotzdem versucht, alles was war zu vergessen und mich auf den Slalom zu konzentrieren", strahlte Schild über ihren dritten Weltcupsieg. Den zweiten im Slalom nachdem sie erst zu Saisonende im März in Sestriere ihren Debütsieg gefeiert hatte.
Schild nahm das Selbstvertrauen mit
"Das war das Selbstvertrauen von gestern und von Zauchensee", sprach Schild nach dem neuerlichen Triumph den Riesentorlauf-Erfolg vom Dienstag und ihre knappe Niederlage gegen Poutiainen beim Heimrennen in Salzburg an. Hatte sie damals um 3/100 verloren, lag diesmal eine ganze Ski-Welt zwischen ihr und dem Rest. Und: Mit dem Double vom Semmering wandelt Schild auf den Spuren der großen Petra Kronberger. Die Salzburgerin hatte es vor 14 Jahren, Anfang Dezember 1990 in Val Zoldana, als bisher letzte Österreicherin geschafft, innerhalb von zwei Tagen Riesentorlauf und Slalom zu gewinnen.
Österreicherinnen mannschaftlich diesmal schwach
Hatte es am Vortag im Riesentorlauf auch einen großen Mannschaftserfolg für die ÖSV-Mädchen gegeben, blieb im Slalom hinter Schild ein größeres Loch, obwohl sich sieben der neun Mädchen für das Finale qualifiziert hatten. Michaela Kirchgasser gab letztlich als zweitbeste ÖSV-Läuferin auf Rang 14. aber eine weitere Talentprobe ab.
Die seit ihrem Knöchelbruch im Jänner dauerverletzte Nicole Hosp wurde nach zwei Sicherheitsläufen und trotz schwerer Fehler vor Sabine Egger 16. Die völlig verunsicherte Tirolerin hatte sich am Vorabend in Wien einer Behandlung bei einem Energetiker unterzogen. Wie schnell Hoch und Tief bei der jungen Mannschaft wechselt zeigte Elisabeth Görgl. Die RTL-Dritte wurde im ersten Durchgang nur 27. und schied im zweiten aus. Kathrin Zettel landete auf Platz 21, Debütantin Daniela Zeiser punktete als 27. auf Anhieb.
Damit wurde der Weltcup vor den Toren Wiens zu einem Skifest in rot-weiß-rot. Zwei ÖSV-Siege, eine unter schwierigsten Voraussetzungen bestpräparierte Piste und eine Rekordkulisse von knapp über 24.000 Zuschauer - besser geht es fast nicht mehr.
| Ergebnis Slalom Damen Semmering | ||||||
| 1. | Marlies Schild | AUT | 1:35,49 Min. | . | 46,19 | 49,30 |
| 2. | Janica Kostelic | CRO | 1:36,53 | +1,04 | 47,17 | 49,36 |
| 3. | Tanja Poutiainen | FIN | 1:36,89 | +1,40 | 47,11 | 49,78 |
| 4. | Monika Bergmann-Schmuderer | GER | 1:37,89 | +2,40 | 47,23 | 50,66 |
| 5. | Anja Pärson | SWE | 1:38,19 | +2,70 | 47,57 | 50,62 |
| . | Sarah Schleper | USA | 1:38,19 | +2,70 | 47,35 | 50,84 |
| 7. | Martina Ertl | GER | 1:39,13 | +3,64 | 47,84 | 51,29 |
| 8. | Resi Stiegler | USA | 1:39,15 | +3,66 | 48,26 | 50,89 |
| 9. | Sarka Zahrobska | CZE | 1:39,21 | +3,72 | 48,84 | 50,37 |
| 10. | Veronika Zuzulova | SVK | 1:39,33 | +3,84 | 48,81 | 50,52 |
| 11. | Kristina Koznick | USA | 1:39,47 | +3,98 | 48,25 | 51,22 |
| 12. | Laure Pequegnot | FRA | 1:39,52 | +4,03 | 48,06 | 51,46 |
| 13. | Sonja Nef | SUI | 1:39,79 | +4,30 | 48,93 | 50,86 |
| 14. | Michaela Kirchgasser | AUT | 1:39,86 | +4,37 | 48,54 | 51,32 |
| 15. | Chiara Costazza | ITA | 1:40,04 | +4,55 | 49,27 | 50,77 |
| 16. | Nicole Hosp | AUT | 1:40,30 | +4,81 | 48,82 | 51,48 |
| 17. | Sabine Egger | AUT | 1:40,32 | +4,83 | 48,79 | 51,53 |
| 18. | Nika Fleiss | CRO | 1:40,45 | +4,96 | 48,77 | 51,68 |
| 19. | Ana Jelusic | CRO | 1:40,47 | +4,98 | 49,02 | 51,45 |
| . | Maria Riesch | GER | 1:40,47 | +4,98 | 49,18 | 51,29 |
| 21. | Henna Raita | FIN | 1:40,57 | +5,08 | 49,02 | 51,55 |
| . | Kathrin Zettel | AUT | 1:40,57 | +5,08 | 48,71 | 51,86 |
| 23. | Florine de Leymarie | FRA | 1:40,60 | +5,11 | 49,40 | 51,20 |
| 24. | Annemarie Gerg | GER | 1:40,61 | +5,12 | 49,13 | 51,48 |
| 25. | Christel Pascal | FRA | 1:40,78 | +5,29 | 48,67 | 52,11 |
| 26. | Marlies Oester | SUI | 1:41,19 | +5,70 | 49,55 | 51,64 |
| 27. | Daniela Zeiser | AUT | 1:41,39 | +5,90 | 48,84 | 52,55 |
(apa)
