Jürgen Melzer geht im Jahr 2005 auf die Top 20 los: "Guter Saisonstart wäre schön"
- Die Kondition passt - Schulterverletzung ist ausgeheilt
- Koubeks Ausfall würde Daviscup-Chance verringern
465 (1999), 370 (2000), 167 (2001), 90 (2002), 79 (2003), 39 (2004). Das waren in den vergangenen Jahren die Stationen von Jürgen Melzer im Entry Ranking der ATP zum jeweiligen Jahresende. Doch das reicht dem 23-jährigen Niederösterreicher natürlich nicht. Er geht jedenfalls davon aus, dass sich dieser Aufwärtstrend 2005 fortsetzt. "Heuer habe ich einen guten Grundstein für das nächste Jahr gelegt, in dem ich nun voll angreifen kann. Da habe ich die Top 20 im Visier", lautet seine Zielsetzung.
Der ehrgeizige ÖTV-Daviscupper, der im weiteren Verlauf seiner Karriere noch höhere Ziele anpeilt, glaubt sich jedenfalls nach intensivem Training in Süßenbrunn mit seinem Trainer Karl-Heinz Wetter (u.a. wurde an Aufschlag, Volley und Stellungsspiel am Netz gearbeitet) für die ersten Einsätze in Australien (Adelaide, Sydney, Melbourne) optimal gerüstet. Wichtig ist vor allem, dass er gesundheitlich keinerlei Probleme hat. "Die linke Schlagschulter hält und ich habe keine Schmerzen, auch konditionell passt alles", sagte der Linkshänder aus Deutsch Wagram einen Tag vor seinem Abflug nach "Down Under".
In Adelaide und Sydney gibt es Punkte zu holen
Bei den Australian Open, wo er im Vorjahr die dritte Runde erreicht hat, gilt es zwar etliche Punkte zu verteidigen, doch der Wimbledon-Junioren-Sieger von 1999 sieht das locker. "Ein guter Saisonstart wäre zwar schön und würde gleich zu Beginn einigen Druck wegnehmen, doch wichtig ist es, dass ich über die ganze Saison gut und konstant spiele. Das weitere ergibt sich von selbst", so Melzer, der sich gleich bei seinen ersten Einsätzen in Adelaide und Sydney etwas Luft verschaffen könnte. Denn da hat er auf Grund früher Niederlagen in diesem Jahr praktisch nichts zu verteidigen. "Da lässt sich schon ein bissl was machen."
Koubeks Ausfall würde "Chance extrem verringern"
Als Nummer 39 ist der Niederösterreicher derzeit vor Stefan Koubek (60) Österreichs unangefochtene Nummer eins und daran dürfte sich angesichts der aktuellen Dopingsperre des Kärntners vorerst auch kaum etwas ändern. "Es gibt derzeit wichtigere Dinge als die Nummer eins in Österreich, außerdem ist die Lage ja derzeit nicht sehr eng", bemerkte dazu Melzer, der Koubeks Ausfall Anfang März im Daviscup gegen Australien sehr bedauern würde: "Das würde unsere Chance extrem verringern, denn Stefan hat zuletzt gezeigt, wie gut er spielen kann, auch wenn Rasen nicht sein Lieblingsbelag ist."
Aus Melzers Sicht wäre es jedenfalls "tragisch", sollte Koubeks aktuelle Dreimonats-Sperre aufrecht bleiben und der ÖTV-Daviscupper tatsächlich für den Daviscup ausfallen. "Das wäre schlimm und eine blöde Sache, denn im Grunde ist es ja einen Nichtigkeit, die dazu geführt hat", so der Niederösterreicher. (apa)
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