Das bringt das Jahr 2005: Viel feiern, viel zahlen, länger arbeiten, viel zusperren!
- Von 50 Jahre Staatsvertrag bis zur Harmonisierung
- PLUS: Was sich alles ändert - ALLE Infos im Detail
·Das bringt 2005:
Pensionssystem Neu
Abschaffung der Früh-pension schon passé
·Schule: Lese-Tests und Frühwarnsystem
Trotz PISA: Ab 2005 nur wenige Neuregelungen
·2005 starten harte Zeiten für Raucher
Rauchverbot in öffentlichen
Gebäuden ab 1. Jänner
·Rechtschreibreform
tritt 2005 voll in Kraft
Übergangsfrist zu Ende, Änderungen noch möglich
·Wichtige Landtags-wahlen im Jahr 2005
Urnengänge in Steiermark und Burgenland im Herbst
·Gesundheit kommt
'05 um einiges teurer
Von der Brille bis zum Spital: Alles kostet mehr!
·Neues Tierschutz-gesetz ab 1.Jänner
Alles geregelt: Von Hühner-
haltung bis Tierschutzrat
·ÖBB: Umstellungen zum Jahreswechsel
Neue Struktur, neue Tarife, neue Schnellverbindungen
·Erfreulich: 2005 wachsen Einkommen
Metaller mit 2,5 Prozent in der Spitzenposition
2005 wird für die Österreicher zum Jubeljahr. 60 Jahre Kriegsende, 50 Jahre Staatsvertrag und zehn Jahre EU-Mitgliedschaft werden in unzähligen Veranstaltungen gewürdigt. Weniger zum Feiern zu Mute sein wird so mancher Kleingemeinde, denn die Post will nächstes Jahr 357 Ämter sperren. Die ein oder andere sentimentale Träne wird wohl zur Jahresmitte bei der Exekutive zerdrückt. Die Gendarmerie verschwindet durch die Fusion der Wachkörper von der Bildfläche. Auch am Land gibt es dann nur noch die Polizei - und die ist blau gewandet und fährt künftig mit silberfarbigen Dienstwagen dem Verbrechen hinterher.
Schön langsam Abschied nehmen heißt es auch vom Krankenschein. Bis Ende November werden alle Österreicher im Besitz einer Chipkarte sein, die dann die Zettelwirtschaft beim Arzt zu einem Ende führt. Gezahlt werden muss allerdings weiterhin - nämlich zehn Euro pro Jahr, unabhängig davon, ob man eine Leistung in Anspruch genommen hat oder nicht. Erstmals wird dieses Geld im November (für 2006) eingehoben.
Während diese neue Gebühr letztlich kaum Mehrkosten verursachen wird, müssen die Österreicher auf anderem Weg 2005 ordentlich in die Tasche greifen, um das finanzmarode Gesundheitssystem zu stützen. Die Beiträge werden um 0,1 Prozentpunkte erhöht (für Pensionisten sogar um 0,6), die Höchstbeitragsgrundlage von 3.450 auf 3.630 Euro angehoben, die Rezeptgebühr steigt um 10 Cent auf 4,45 Euro und der Selbstbehalt bei Sehbehelfen wird mehr als verdreifacht.
Als Goodie für die Patienten bleibt, dass ihnen ab 2005 der Gang zum Chefarzt erspart wird, wenn bewilligungspflichtige Medikamente bezogen werden. Die Kontrolle erfolgt im Nachhinein.
Im Justizwesen bringt das Neue Jahr höhere Strafen für wohlhabende Menschen. Der höchste Tagsatz beträgt nunmehr 500 Euro (bisher 327). Höhere Strafen gibt es ab 1. Jänner auch für Gurtsünder. Wer nicht angeschnallt ist, zahlt künftig 35 statt bisher 21 Euro. Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung kostet 25 Euro, bisher 21. Für mehr Sicherheit soll die (ab Mai geltende) Verpflichtung zum Tragen von Warnwesten sorgen, wenn sich ein Lenker z.B. auf Autobahnen außerhalb des Fahrzeugs aufhält. Unangenehm für Frächter - ab Jänner gibt es nun auch in Deutschland die Lkw-Maut. Auch das Bahnfahren wird teurer - im Fernverkehr durchschnittlich um fünf Prozent, für Strecken wie Wien-Salzburg beträgt der Preisanstieg sogar zehn Prozent.
Bei diesen finanziellen Belastungen ist es wohl nicht schlecht, dass die Gehaltsabschlüsse diesmal gar nicht so übel waren. Am meisten bekommen wie fast immer die Metaller - plus 2,5 Prozent - jedoch hängen diesmal auch die Beamten mit plus 2,3 Prozent und die Handelsangestellten mit zwei Prozent gar nicht so weit zurück. Für die Pensionisten gibt es eher magere 1,5 Prozent - und das auch nur für die ärmere Hälfte. Wer über dem Medianwert von 686,70 Euro liegt, muss sich mit dem Fixbetrag von 10,30 Euro bescheiden. Immerhin gibt es erstmals seit 1996 wieder eine Valorisierung des Pflegegelds - konkret um zwei Prozent.
Für etwas Entlastung im Börsel sollte auch die Steuerreform sorgen, deren zweite Etappe mit Jahresbeginn in Kraft tritt. Durch die neue Tarifberechnung sollen Jahreseinkommen bis 15.770 Euro steuerfrei sein, grundsätzlich sollen alle Gruppen zumindest ein wenig profitieren. Für Unternehmer wohl am Interessantesten ist die Absenkung der Körperschaftssteuer von 34 auf 25 Prozent. Ebenfalls mit Jahresanfang Realität wird das zweite Prestigeprojekt der Regierung - die Pensionsharmonisierung, die allerdings wegen der langen Übergangsfristen ad hoc noch keine Auswirkungen bringt. Offiziell wieder eingeführt wird die Frühpension (mit 62).
Was das neue Jahr sonst noch so bringt: Das bundeseinheitliche Tierschutzgesetz mit einem Verbot des Kupierens von Schwänzen und Ohren sowie höheren Strafen für Tierquälerei, die neuen Zumutbarkeitsbestimmungen, die für Arbeitslose künftig nur noch einen eingeschränkten Berufsschutz, dafür aber einen Einkommensschutz bringen, ein allgemeines Rauchverbot in öffentlichen Räumen (Ausnahme Gastronomie-Lokale) sowie teurere Zigaretten, das endgültige offizielle Aus für die "alten" Rechtschreibregeln und den Abschied vom Draken, der nach 17 Jahren Bundesheer-Einsatz in Pension geschickt und vorerst durch F5-Jets ersetzt wird. Schließlich wird 2005 auch noch gewählt - im Herbst in der Steiermark und im Burgenland, vielleicht vorgezogen in Wien. (apa/red)
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