Trotz Flutkatastrophe: Neue Rebellen-Anschläge im Süden Thailands
- Lehrer auf offener Straße erschossen
- Bombenanschläge auf Wohnhäuser
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26. Dezember 2004: Tod, Verwüstungen und Trauer
Ungeachtet der gewaltigen Flutkatastrophe die über Thailand hereingebrochen ist, hält die Gewalt durch muslimische Extremisten im Süden des Landes an. Am Dienstag wurde erneut ein Lehrer in seinem Auto auf einem Market in der Provinz Yala von mutmaßlichen muslimischen Separatisten erschossen. Augenzeugen sagten der Polizei, zwei Männer, einer von ihnen mit der für Muslime typischen Kopfbedeckung, hätten von einem vorbeifahrenden Motorrad aus auf den Lehrer gefeuert.
Die Lehrervereinigung rief aus Protest gegen die neue Gewalt an allen 266 Schulen der Provinz bis zum 3. Jänner einen Ausstand aus. Erst vor einer Woche waren in der Pattani zwei Lehrer auf offener Straße bei Anschlägen getötet worden.
In Pattani gab es unterdessen vier Bombenanschläge auf Wohnhäuser. Über Opfer lagen zunächst keine Angaben vor. Nahe der Stadt Tak Bai in der Provinz Narathiwat wurden mehrere Polizisten bei der Explosion einer per Handy ferngezündeten Bombe verletzt, die unter einem Wachhäuschen versteckt war. In Tak Bai waren Ende Oktober nach schweren Unruhen zwischen Muslimen und Sicherheitskräften etwa 80 Festgenommene erstickt oder zu Tode gedrückt worden, als sie mit Lastwagen in ein Militärlager gebracht werden sollten. Eine islamische Rebellenorganisation hatte danach Racheakte angedroht.
Anschläge muslimischer Separatisten im islamisch geprägten Süden des Landes haben seit Jänner vor allem Lehrer, Polizisten und Soldaten zum Ziel. Die Rebellen wollen eine Abspaltung der drei mehrheitlich von Muslimen bewohnten Provinzen Narathiwat, Yala und Pattani. 90 Prozent der thailändischen Bevölkerung sind Buddhisten, während sich nur fünf Prozent zum Islam bekennen.(apa/red)
