Dienstag, 28. Dezember 2004

Wieder Anschläge im Irak: Mindestens 35 Menschen kamen dabei ums Leben

  • Unter den Toten seien mindestens 26 Polizisten
  • Anschlag auf ranghohen Offizier in Bagdad

Gut einen Monat vor den geplanten Wahlen im Irak sind am Dienstag bei einer neuen Serie von Angriffen und Anschlägen mindestens 35 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien mindestens 26 Polizisten und Nationalgardisten, teilten die Behörden mit. US-Außenminister Colin Powell sprach sich dafür aus, nach den Wahlen trotz des Rückzugs der wichtigsten sunnitischen Partei die sunnitische Minderheit an der neuen irakischen Regierung zu beteiligen.

Zwölf Polizisten seien bei einem Angriff auf eine Station südlich von Tikrit erschossen worden, teilte ein Polizeisprecher am Dienstag mit. Danach sei das Gebäude in die Luft gesprengt worden. Bei einem ähnlichen Angriff in der Region und einem weiteren in der Region von Ishaki südlich von Samarra wurden nach Polizeiangaben sieben Polizisten und ein Nationalgardist getötet. Fünf weitere Menschen wurden verletzt. In Balad 75 Kilometer nördlich von Bagdad wurde ein Polizist getötet, zwei weitere wurden verletzt.

In Samarra wurden bei der Explosion einer Autobombe mindestens sechs Menschen getötet, darunter drei Nationalgardisten. Vier weitere Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt. US-Armeeangaben zufolge ereignete sich der Anschlag nahe eines gepanzerten Fahrzeugs der US-Truppen. In Bagdad raste ein Selbstmordattentäter in einen Konvoi eines ranghohen Offiziers der Nationalgarde. Außer dem Attentäter selbst kam niemand ums Leben. Sechs Menschen wurden verletzt. Zwei Polizisten kamen bei einem Angriff in El Shurkat nördlich von Samarra ums Leben. In derselben Region wurde ein Übersetzer für die US-Armee getötet.

Bei einer Bombenexplosion in der Region Baiji nördlich von Bagdad kam ein Zivilist ums Leben; südlich von Kirkuk töteten Unbekannte drei irakische Geschäftsmänner. Ein am Montag südlich von Bagdad entführter Anführer der irakischen Kommunistischen Partei wurde nach Polizeiangaben einen Tag später erschossen aufgefunden.

Powell sagte am Montag (Ortszeit) in Washington, um repräsentativ und effizient zu sein, müsse die konstituierende Nationalversammlung die ethnische Vielfalt des Landes berücksichtigen und Mittel und Wege finden, dass alle Gruppen in der Regierung vertreten seien. Die größte Sunnitenpartei im Irak, die Islamische Partei, hatte zuvor den Boykott des Urnengangs angekündigt, weil der Termin nicht wie von ihr gefordert wegen der anhaltenden Gewalt um ein halbes Jahr verschoben wurde.
(apa/red)

28.12.2004 14:50