Geschäft mit der Katastrophe: Plünderer rauben Todesopfer und "verkaufen" sie
- Angehörige müssen Tote von Kriminellen "freikaufen"
- Empörung: "Eine himmelschreiende Schande"
·Tsunami: Hoffnung in Asien schwindet!
Suche nach Überlebenden wird vielerorts eingestellt
·Die BILDER der Flut-
Katastrophe in Asien!
26. Dezember 2004: Tod, Verwüstungen und Trauer
·488 Österreicher noch immer vermisst
Zahl reduziert - Gedenken am Freitag im Parlament
·Todesopfer infolge von Tsunamis!
Im Detail: Aufstellung der opferreichsten Tsunamis
·Außenministerium bittet um Mithilfe
Notruf-Hotlines: 0501-150- 4411 und 0800-222-666
·Identifizierung der Leichen schwierig
Internationale Teams kooperieren bei der Arbeit
·Mehr als 100 Tote: Trauriger Rekord
Bei keinem anderen Unfall mehr Österreicher tot
·Spenden-Aufruf der
Hilfsorganisationen
Spenden-Kontonummern von Caritas, Rotes Kreuz,...
·So erlebten Augen- zeugen die Todesflut
KLICKEN: Tsunami riss ganz einfach alles mit
Im Katastrophengebiet von Südostasien haben Plünderer Zeitungsberichten zufolge nicht nur die Wertgegenstände von Toten gestohlen, sondern sogar Leichen aus den Krankenhäusern geraubt, um sie anschließend für teures Geld an Angehörige zu "verkaufen". In Sri Lanka habe ein Überlebender der Flutkatastrophe 50 Dollar (knapp 37 Euro) bezahlen müssen, um die Leiche eines Verwandten ausgehändigt zu bekommen, der am Sonntag in der Küstenstadt Galle ums Leben gekommen war, berichtete die Boulevardzeitung "Lankadeepa" am Freitag.
"Menschliche Aasgeier" würden sich aus den Leichenbergen bedienen, die in den Krankenhäusern aufgeschichtet seien, schrieb das Blatt. Einige Banden böten verzweifelten Angehörigen an, für 100 Dollar nach den Leichen von Vermissten zu suchen, zitierte die Zeitung "Island" einen Offizier: "Es ist eine himmelschreiende Schande, dass eine Hand voll Krimineller den Toten so etwas antut, während die große Mehrheit der freiwilligen Helfer von Nächstenliebe getrieben wird sowie Zeit und Geld darauf verwendet, die Toten aufzufinden und den Überlebenden zu helfen".
Zum Teil würden Plünderer den Toten ihre verbliebenen Wertgegenstände abnehmen, berichtete das Blatt. Manche schreckten den Berichten zufolge nicht einmal davor zurück, den Leichen einen Finger oder ein Ohr abzuschneiden, um an Ringe oder Ohrstecker zu gelangen.
Auch aus Thailand wurde von Plünderungen und Diebstählen berichtet. Auf der Ferieninsel Phuket habe sich ein Mann als Polizist verkleidet und den Tresor eines Schmuckgeschäftes ausgeräumt, berichtete die Tageszeitung "The Nation". Der Räuber habe dabei eine Beute von drei Millionen Baht (knapp 56.600 Euro) gemacht.
Auf der völlig verwüsteten Insel Phi Phi sei eine 200 Mann starke Rettungsmannschaft, die zu einer Hilfsorganisation gehört habe, abrupt abgezogen, nachdem die Polizei bei einer Durchsuchung bei jedem Zehnten von ihnen gestohlene Wertgegenstände gefunden habe. Auf dem Landungssteg zum Festland gebe es deshalb nun Polizeikontrollen: Die Polizisten würden sich von den Helfern die Ausweispapiere zeigen lassen und sie durchsuchen.
Viele Tote könnten nicht identifiziert werden, weil sie keine Ausweispapiere bei sich hätten, sagte der stellvertretende Gouverneur der südthailändischen Provinz Krabi, Thirathep Sriyaphan, der Zeitung. "Wir sind uns nicht sicher, ob die Brieftaschen gestohlen oder von den Wellen weggespült worden sind."
(apa/red)
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