Identifizierung der Leichen nach der Flut- katastrophe gestaltet sich extrem schwierig
- Internationale Teams kooperieren bei der Arbeit
- In Thailand stapeln sich an 3 Sammelpunkten Leichen
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In Thailand hat ein österreichisches Team von Spezialisten seine Arbeit aufgenommen, die wohl zu den belastendsten gehört, die überhaupt vorstellbar sind: Es gilt, die Toten nach der Flutkatastrophe vom Sonntag zu identifizieren. Vorerst befinden sich Experten aus neun Staaten in dem südostasiatischen Land, welche an insgesamt drei Leichensammelpunkten die Obduktionen der Leichen vorbereiten, wie der Sprecher des Bundeskriminalamts in Wien, Gerald Hesztera, sagte.
Die Experten müssen davon ausgehen, dass es in vielen Fällen keine Anhaltspunkte mehr über die Herkunft der toten Urlauber geben wird. Daher kooperieren die internationalen Teams. Die Österreicher arbeiten zunächst mit den deutschen Kollegen zusammen. Vorerst werden die Obduktionen vorbereitet. Dann gilt es, Tote wenn möglich nach äußerlichen Merkmalen zu identifizieren: Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht, Kleidung, Zähne, Schmuck, allfällige Narben oder Tätowierungen. Österreich hat eigens einen Zahnstatus-Experten entsandt.
Eigener österreichischer Zahnstatus-Experte vor Ort
Stimmen Merkmale mit Angaben zu Vermissten überein und lässt sich die Identität auf diese Weise abklären, werde trotzdem noch eine DNA-Probe genommen und in das jeweilige Land geschickt, sagte Hesztera - im Fall von Österreich in die Gerichtsmedizin von Innsbruck. Erlaubt der Zustand der Leichen eine Identifizierung durch äußere Merkmale nicht, kommt der DNA-Probe essenzielle Bedeutung zu. Denn dann kann nur über Vergleichsproben von Vermissten die Identität festgestellt werden. Das bedingt, dass sich die Einsatzkräfte möglichst aller Staaten vernetzen bzw. mit den DNA-Proben eine eigene "Datenbank" aufgebaut wird.
Unabdingbar ist es, Vergleichsproben zu sammeln, die von den Betroffenen stammen. Diese müssen dann - zum Teil ebenfalls international - den den Toten entnommenen DNA-Proben gegenüber gestellt werden. Im Bundeskriminalamt geht man davon aus, dass dies mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird. Im schlimmsten Fall müssen Angehörige so lange warten, bis sie endgültige Gewissheit über das Schicksal Vermisster haben. Wie lange die österreichischen Einsatzkräfte in Thailand bleiben werden, steht vorerst noch nicht fest.
(apa/red)
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