Das Seebeben in Asien: Forscher halten weitere Flutwellen durchaus für möglich
- Nachbeben bis zu einer Stärke 7 auf Richterskala?
- Forderungen nach einem Tsunami-Frühwarnsystem
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Im südasiatischen Krisengebiet drohen Erdbebenforschern zufolge weitere Flutwellen. Es könne zu Nachbeben bis zu einer Stärke 7 auf der Richterskala kommen, was neue Flutwellen auslösen könne, sagte der Würzburger Forscher Bernd Zimanowski am Montag im Bayerischen Rundfunk. Unterdessen mehren sich Forderungen, in der betroffenen Region ein Tsunami-Frühwarnsystem einzurichten.
Auch Jochen Zschau vom Geoforschungsinstitut in Potsdam rechnet mit einer neuen Welle. Allerdings bestehe nun genug Zeit, die Bevölkerung auf den zu erwartenden Tsunami vorzubereiten, sagte er in der ARD. Nach dem Beben blieben - je nach Küstenstreifen - bis zu drei Stunden Zeit, bis die Flutwelle die Küste erreiche.
Während es bei Erdbeben keine oder nur eine minimal Vorwarnzeit gebe, könne vor Tsunamis - als Folge von Erdbeben - sehr wohl gewarnt werden, erläuterte Karl-Otto Zentel vom Deutschen Komitee für Katastrophenvorsorge (DKKV). So überwache beispielsweise im Pazifik das Pacific Tsunami Warning Center in Honolulu auf Hawaii die Entstehung von Tsunamis seit 1965 und gebe Warnungen an die zuständigen Behörden und die Bevölkerung heraus. So seien erfahrungsgemäß Warnungen in einem Zeitraum von 20 bis 30 Minuten machbar.
Kein Vorwarnsystem im Indischen Ozean
Im Indischen Ozean gibt es ein solches Informationssystem hingegen nicht, wie Zschau betont - "obwohl es im Prinzip möglich wäre". Experten wie Zschau und Zentel fordern daher dringend die Einrichtung eines Frühwarnsystems in der entsprechenden Region. Das Ausmaß der aktuellen Katastrophe hätte damit vermieden werden können, sagte Zentel. Wichtig sei jedoch auch, dass die Bevölkerung entsprechend auf solche möglichen Unglücksfälle vorbereitet werde. Der Aufbau eines Warnsystem dauert jedoch nach Einschätzung von Experten ein Jahr.
Wissenschaftern zufolge lag der Ursprungsort der tödlichen Flutwelle rund zehn Kilometer unter der Meeresoberfläche vor der Küste Sumatras. Durch die gegeneinanderreibenden geologischer Platten sei eine Aufwölbung im Seeboden entstanden, mit einem Ausmaß von möglicherweise bis zu zehn Metern Höhe und 1.200 Kilometer Länge. Die dadurch entstandenen Wellen hätten sich dann mit einer Geschwindigkeit von rund 800 Stundenkilometern auf die Küste zubewegt.
Allerdings sind die Flutwellen Experten zufolge schwer auszumachen und unter Umständen nur rund einen Meter hoch solange sie sich im tiefen Wasser bewegen. Näherten sie sich jedoch der flacheren Küste, würden die Wassermassen an die Oberfläche gezwungen, was Flutwellen von bis zu zehn Metern Höhe zur Folge haben kann.
(apa/red)
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