Dienstag, 28. Dezember 2004

"Neues Blatt" in der Beziehung mit Israel: Parlaments-Präsident Khol im Nahen Osten

  • Österreich als "ehrlicher Makler und Moderator"
  • Palästinenser-Konflikt: "Neue Aufbruchstimmung"

Von einer "neuen Aufbruchstimmung" im Nahen Osten hat Nationalratspräsident Khol im Rahmen seines offiziellen Besuchs in Israel, gesprochen. "Die Stimmung war noch nie so optimistisch wie jetzt", sagte Khol, der am Dienstag mit Staatspräsident Katzav und dem Präsidenten der Knesset, Rivlin, zusammengetroffen war.

Sowohl Katzav als auch Rivlin hätten Khol gegenüber ihre Hoffnung auf neue Friedenschancen ausgedrückt. "Die Palästinenser werden zumindest als Gesprächspartner bezeichnet", so Khol. Der Favorit für die palästinensischen Präsidentenwahlen am 9. Jänner, Abbas, werde von den israelischen Politikern als Mann gesehen, der den Frieden wünscht. Der Abzugsplan jüdischer Siedlungen aus dem Gaza-Streifen sei ein "Faktum", ebenso wie die Freilassung palästinensischer Gefangener am Montag. "Die Roadmap wurde von allen Seiten bestätigt", zeigte sich Khol mit Israels Politik zufrieden.

Auch habe er in beiden Gesprächen den Eindruck gehabt, dass in der wechselvollen Geschichte der Beziehungen zwischen Österreich und Israel ein "neues Blatt" aufgeschlagen werde, sagte Khol. Das habe er auch daran gemerkt, dass er von Katzav mit militärischen Ehren empfangen worden und dass vor der Knesset die österreichische Fahne hochgezogen gewesen sei.

Österreich werde als "ehrlicher Makler und Moderator gesehen". Es habe kein böses Wort über die schwarz-blaue Koalition gegeben, meinte Khol. Er selbst habe Dank für seine Tätigkeit als Repräsentant des österreichischen National- und Entschädigungsfonds erhalten.

Gesprächsthema war auch die Entscheidung der EU, Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufzunehmen. Diese Entwicklung werde in Israel als "neue Nachbarschaftspolitik mit den Mittelmeerstaaten" und damit auch als Aufwertung der Beziehungen mit Tel Aviv gesehen, meinte Khol. (apa/red)

28.12.2004 21:29