Dienstag, 28. Dezember 2004

Nach PISA-Debakel: Reformdialog zum Thema "Bildung" findet am 14. Februar statt

  • Gehrer ist neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen
  • Ministerin hat auch kein Problem mit Ganztagsschule

Der in Folge des schlechten Abschneidens Österreichs bei der PISA-Studie geplante Reformdialog zum Thema Bildung wird am 14. Februar in der Hofburg stattfinden, hieß es im Büro von Bildungsministerin Gehrer auf Anfrage der APA. An der Veranstaltung sollen Vertreter aller Parteien, der Sozialpartner, der Schulpartner, der Länder, Regierungsmitglieder sowie internationale Experten teilnehmen.

Gehrer betonte in der Tageszeitung "Die Presse", neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen zu sein. So hat Gehrer kein Problem mit einer Ganztagsschule in verschränkter Form, also abwechselnd Unterricht und Freizeit über den ganzen Tag verteilt, "wenn es die Eltern wollen".

"Mit Erstaunen" hat Gehrer die Aussagen ihres Parteifreunds, Nationalratspräsident Andreas Khol, gelesen, der vor Weihnachten gemeint hatte, man solle sich vom Fetisch "Gesamtschule" verabschieden. Sie sei deswegen so erstaunt gewesen, weil sie immer der Meinung war, dass man den Schülern mehr Möglichkeiten bieten solle und auch entsprechende Angebote ermöglicht habe.

Khol legte am Dienstag in der "Tiroler Tageszeitung" noch einmal nach und meinte: "Wir müssen mehr auf Inhaltsfragen, weniger auf Organisationsfragen schauen. Und wir dürfen unser Schulsystem nicht so starr gestalten wie in der Vergangenheit." Entsprechend der PISA- Studie müsse man die Fragen analysieren, "wie wir unsere Schülerinnen und Schüler individuell am besten fördern können". Und dafür dürfe man sich nicht an die "Fetische der Vergangenheit" wie Gesamtschule oder Ganztagsschule klammern.(apa/red)

28.12.2004 11:01