Kein italienischer Tokai mehr: Name darf nur noch von Ungarn verwendet werden
- Beschluss der Europäischen Kommission gilt ab 2007
- Italiener kämpfen um die Nutzung des Markennamens
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Der Tokajer-Wein hat "eine Schlacht gewonnen", so die ungarischen Medien am Freitag: Die Italiener dürfen ab 2007 den Markennamen "Tocai" nicht mehr verwenden. Die Entscheidung der Europäischen Kommission beruft sich auf eine Vereinbarung von 1993 über den Schutz der geographischen Bezeichnung "Tokaj". Die italienischen Weinbauern wollen um ihren "Tocai" aber weiter kämpfen.
"Tocai" sei aber eine Traubensorte und könne deshalb nicht geschützt werden, heißt es in der Begründung der EU-Kommission. Deshalb dürfen die italienischen Winzer den aus der Tocai-Traube gewonnen Wein nicht mehr als solchen bezeichnen, sondern müssen nun einen neuen Namen finden. Als einen "Schlag" gegen italienische Winzer bezeichnete Piero Pittaro die Entscheidung der EU-Kommission. Der Ehrenpräsident des Weltverbandes der italienischen Winzer meint, die italienischen Weinbauern hätten bisher einen "vergeblichen Windmühlenkampf gegen die Bürokratie und die Auffassung der Union geführt".
Tokajer - Wein der Könige
Der Tokajer ist jener Wein, den einst der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. als "König der Weine und Wein der Könige" lobpreiste und der Zaren, Päpste und Sultane begeisterte. Auch als Medizin war der Tojaker in den ungarischen Apotheken zu finden und galt im 17. und 18. Jahrhundert als die teuerste Exportware Ungarns. Der gute Ruf des Tokajers wurde durch die Kommunisten gründlich ruiniert, konnte aber nach der Wende wieder hergestellt werden. Das gelang mit Hilfe ausländischer Investitionen, die nach dem Fall des Eisernen Vorhanges in die Region flossen.
Weltkulturerbe
Heute befinden sich gut 10 Prozent des 6.500 Hektar großen Anbaugebietes von Tokaj-Hegyalja in ausländischem - französischem, spanischem, englischem und dänischem - Besitz. Im Sommer 2002 erklärte die UNESCO Teile des Tokajer Weingebietes - zu dem 28 Gemeinden gehören - wegen seiner bis heute intakten, besonderen und langen Weinbautradition zum Weltkulturerbe. (APA/red)
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