Mittwoch, 22. Dezember 2004

Rekordstrafe gegen Microsoft: Der EU-Gerichtspräsident will heute entscheiden

  • Kommission verkängt Rekordbußgeld von 497 Mio. Euro
  • Streitpunkt: Öffnung einiger Sparten für den Wettbewerb

Der Präsident des EU-Gerichts Erster Instanz, Bo Vesterdorf, will nach Angaben aus Brüsseler Industriekreisen am Mittwoch über den Fall Microsoft entscheiden. Der Gerichtspräsident müsse darüber urteilen, ob der weltgrößte Software-Konzern Microsoft den im März verhängten Öffnungs-Auflagen der EU-Kommission sofort nachkommen muss, hieß es in Brüssel. Vom Gericht in Luxemburg war keine Bestätigung des Termins zu erhalten.

Die EU-Kommission hatte gegen Microsoft wegen Ausnutzung eines Monopols ein Rekord-Bußgeld von 497 Mio. Euro verhängt und die Öffnung von Sparten für mehr Wettbewerb verlangt. Der erwartete Beschluss von Vesterdorf hat für das Unternehmen und die gesamte Branche erhebliche Tragweite. Der Microsoft-Konzern fürchtet nach früheren Angaben "irreparablen Schaden", falls er Konkurrenten bisher geheime Schnittstelleninformationen für Server zur Verfügung stellen muss.

Auch das Angebot von einer "Windows-Version" ohne den Windows-Mediaplayer für Computerhersteller lehnt der US-Gigant ab. Mit dem Mediaplayer können Multimediaprogramme abgespielt werden. (apa)

22.12.2004 11:07