Skiwunder: Herminator light
- Hermann Maier: Der Weg zum 4. Gesamtweltcup
- Und warum er heute anders ist.

Neue Ziele: Der Motorradcrash hat den Salzburger menschlich verändert. Aber er ist siegeshungrig wie eh und je. Gleich in seiner ersten vollen Saison nach dem Unfall holte Hermann Maier wieder die große Kristallkugel.
Ganze 102 Punkte trennten die ersten vier in der Gesamtweltcup-Wertung vor dem großen Finale Mitte März in Sestriere. Was folgte, war ein Krimi, wie ihn Alfred Hitchcock nicht spannender hätte inszenieren können. US-Boy Bode Miller hatte Skikaiser Hermann Maier in dessen erster voller Weltcupsaison nach dem schweren Motorradunfall den ganzen Winter lang herausgefordert. Vor den letzten vier Rennen lag der Amerikaner nur 67 Punkte hinter dem Herminator. Und auch zwei Teamkollegen Maiers, Titelverteidiger Stephan Eberharter sowie Benjamin Raich, durften noch mit dem ganz großen Triumph spekulieren.
Herzschlagfinale. Und der große Meister zeigte in seinem großen Comeback-Jahr erstmals Nerven, vergriff sich bei der Skiwahl für die Abfahrt. Statt der fix eingeplanten Punkte lieferte Maier eine Nullnummer ab. Um tags darauf in seiner unnachahmlichen Art im Super-G zurückzuschlagen. So schauts aus!, brüllte der Ski-Superstar aus Flachau nach dem Abschwingen und dem Blick auf die elektronische Anzeigentafel ins Publikum, so laut, dass es auch jeder seiner Konkurrenten im Zielraum hören konnte. Weil der Riesentorlauf danach witterungsbedingt abgesagt wurde, stand Hermann Maier am 13. März endgültig als Gesamtweltcupsieger fest. Seine vierte große Kristallkugel in fünf vollen Weltcupsaisonen.
Es grenzt fast an ein Wunder, dass ich am Ende wieder die Nase vorne hatte, blickt Maier im NEWS-Interview zurück. Tatsächlich hatte er nur mit Top-Ergebnissen in Super-G und Abfahrt punkten können. Im Riesentorlauf wars dagegen alles andere als nach Wunsch gelaufen. Die fünf Siege und die insgesamt 1.265 Punkte, die für den Gesamtweltcupsieg reichten, waren denn auch die schlechteste Bilanz seiner Weltcupkarriere. 1999/ 2000, im letzten Winter vor seinem Unfall, hatte der Salzburger mit 13 Siegen und 2.000 Punkten einen bis heute gültigen Allzeit-Rekord aufgestellt.
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PLUS: Hermann Maier über sein irres Comeback und neue Ziele im NEWS-Bilanzinterview
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