Dienstag, 21. Dezember 2004

Die Rammbock-Bande: In nur zwei Minuten erbeuteten sie eine Million Euro

Hilfe, Ostbanden: Österreich im Kriminalitäts-Schock: Die Zahl der Einbrüche, Raub-& Banküberfälle explodierte heuer wie nie. Die spektakulärsten Coups. Plus: Wie sich „Trautmann“ schützt.

Er ist Österreichs Kult-Kiberer: Raubeinig und knallhart, aber nicht ohne Witz ermittelt Kriminalinspektor Trautmann in der gleichnamigen Krimiserie. Der 51-jährige Schauspieler Wolfgang Böck, der den gerechtigkeitsliebenden Fernsehkommissar mimt, geht auch im Privatleben auf Nummer Sicher: Die Tür seiner Wiener Wohnung wird durch zwei Vorhängeschlösser geschützt. Wolfgang Böck: „Es ist verständlich, dass angesichts der steigenden Verbrechen das Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung wächst.“

Beutezug durch Österreich. Die Statistik gibt ihm Recht: 2004 war das Jahr der Panzerknacker, Räuber und Diebe. Noch nie hat es in der heimischen Kriminalgeschichte so viele Vermögensdelikte wie heuer gegeben. Die Zahl der Banküberfälle ist gleich um ein Fünftel (20,4 Prozent) gestiegen, die Einbrüche haben um 13,8 Prozent zugenommen, und bei den Raubdelikten musste das Innenministerium ein Plus von 8,5 Prozent verzeichnen – und das bei der niedrigsten Aufklärungsquote aller Zeiten.

Einzig und allein die Diebstähle gingen um zehn Prozent zurück – was freilich auch mit dem Umstand zusammenhängt, dass immer mehr Opfer auf eine Anzeige verzichten. Sie wissen, dass die Chancen, das Gestohlene zurückzubekommen, gleich null sind.

Allein die Polizeiprotokolle vom letzten Einkaufssamstag füllen mehrere hundert Seiten:

  •  Die „Bankomat-Sprenger“. In Kärnten wandelt eine Bande auf den Spuren der berüchtigten Daltons: Die Exekutive hat ihnen bereits einen würdigen Namen verpasst – die „Bankomat-Sprenger“. Am vergangenen Samstag brachten die Banditen in Villach einen Geldautomaten zur Explosion und erbeuteten 50.000 Euro. Bei der Flucht warfen sie Eisenkrallen aus ihrem Auto. Die Polizei, die die Verfolgung aufnahm, musste nach kurzer Zeit aufgeben – wegen eines „Patschens“ war der Streifenwagen außer Gefecht. Nur zehn Tage zuvor hatten die Täter – vermutlich Italiener – von einem Bankomaten in Spittal an der Drau 80.000 Euro „abgehoben“.

  • Der „Joghurt-Räuber“. In einem Lebensmittelgeschäft in Wien-Alsergrund stellte ein Mann einen Joghurt-Becher auf das Förderband der Kassa und tat so, als ob er zahlen wolle. Blitzschnell stieß er dann die Verkäuferin zu Boden und raubte die gesamte Tageslosung.

  • Die Pfeffer-Sprayer. Mit Pfefferspray attackiert und niedergeschlagen wurde ein 38-jähriger Halleiner auf offener Straße. Die zwei Räuber entkamen mit der Geldbörse des Opfers. Der Mann liegt verletzt im Krankenhaus.

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    PLUS: Wolfgang Böck gibt Tipps im Kampf gegen Einbrecher

    21.12.2004 15:35