38.000 Unternehmensinsolvenzen drohen: Neue Pleitewelle für deutsche Firmen
- Weltkonjunktur wird sich deutlich abschwächen
- Schlechte Zahlungsmoral bringt Firmen in Bedrängnis
Die Pleitewelle in Deutschland setzt sich nach Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes auch 2005 fort. Nach einem Rückgang 2004 werde es im kommenden Jahr erneut einen Anstieg bei den Firmenzusammenbrüchen von 0,8 Prozent auf 38.000 geben, sagte der Chefvolkswirt des weltgrößten Kreditversicherers, Romeo Grill, der Nachrichtenagentur AP.
"Die Unternehmenspleiten bleiben eine große Belastung für die deutsche Wirtschaft", betonte er. Betroffen seien 2005 zunehmend auch exportorientierte Unternehmen. "Verantwortlich für die hohe Zahl der Insolvenzen ist insbesondere die Weltkonjunktur, die sich im nächsten Jahr deutlich abschwächen wird", sagte Grill.
Der Eurokurs stelle hingegen kaum ein Risiko dar, und es gebe für die Wirtschaft auch keine Schmerzgrenze beim Kurs. Insgesamt seien die meisten Unternehmenszusammenbrüche im Dienstleistungsbereich, im Baugewerbe und im Handel zu erwarten, betonte Grill. Durch die Kaufzurückhaltung der Verbraucher in Deutschland werde auch der Einzelhandel wieder von der Pleitewelle erfasst.
Zu den Insolvenzrisiken zählt die weiterhin schlechte Zahlungsmoral in Deutschland. Denn immer mehr Unternehmen geraten in Bedrängnis, weil ihre Auftraggeber nicht zahlen.
(apa)
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