Donnerstag, 23. Dezember 2004

Pensionen: Seniorenrat hofft auf Weihnachtspackerl für Pensionisten

  • Knafl: "Bin lästig bis Forderungen erfüllt werden"
  • Karl Blecha hofft auf "Besinnung der Regierung"

Mit einer Reihe an Forderungen und lautstarker Kritik ist am Donnerstag der Österreichische Seniorenrat an die Öffentlichkeit getreten. Die beiden Präsidenten Knafl und Blecha fordern eine Nachbesserung der Pensionsanpassung und eine Erhöhung des Ausgleichszulagenrichtsatzes für Alleinstehende auf mindestens 675 Euro und somit über den untersten Schwellenwert der Armutsgrenze.

Derzeit würden weit mehr als 200.000 ältere Menschen mit Einkünften unter der Armutsgrenze in Österreich leben, warnte der Seniorenrat. Scharfe Kritik übte der SPÖ-Vertreter Blecha an der Regierung: "Wir erwarten ein Weihnachtspackerl für die Pensionisten, aber nicht vom Christkind, sondern von der Regierung." Es gehe so nicht mehr weiter, eine so große Personengruppe wie die Pensionisten einfach zu negieren. Der Seniorenrat vertrete als gesetzliche Interessensvertretung rund zwei Millionen Pensionisten.

Blecha sprach sich zudem erneut gegen weitere Selbstbehalte und gegen einseitige Belastungen im Gesundheitsbereich für Pensionisten aus. Knafl kritisierte, man habe bisher trotz der von der Regierung beschlossenen "Nationalen Aktionspläne gegen Armut" die Ausgleichszulage von kleinen Pensionen nicht angehoben. Diese sei seit sieben Jahren unter der Armutsschwelle, so Knafl.

Karl Wimleitner, FPÖ-Seniorenvertreter, empfindet den Umgang mit den Pensionisten als "unwürdiges Schauspiel". Er erboste sich besonders über Finanzminister Grasser: "Wenn man in den Reichtum hineingeboren wird, kann man sich nicht vorstellen, wie man mit 670 Euro pro Monat auskommt."

Bei der Pensionsanpassung 2005 verlangen die Pensionistenvertreter zumindest einen Wertausgleich, um die gestiegenen Preise für Brennstoffe, Grundnahrungsmittel und Mieten abzugelten. (apa)

23.12.2004 14:09