Mittwoch, 22. Dezember 2004

Nach nächtlichem Verhandlungsmarathon: EU senkt ab 2005 Quoten für den Fischfang

  • Große Fischereinationen verhindern starke Senkung
  • Besserer Schutz für vom Aussterben bedrohten Kabeljau

In einem nächtlichen Verhandlungsmarathon haben sich die Fischereiminister der EU auf die Senkung der nationalen Fischfangquoten für 2005 geeinigt. Wegen des Widerstands großer Fischereinationen wie Spanien, Frankreich und Großbritannien habe die EU-Kommission von ihrer Forderung abrücken müssen, die Fangquoten zum Schutz der Bestände drastisch zu reduzieren, hieß es Mittwoch früh in Brüssel.

Der vom Aussterben bedrohte Kabeljau soll in der Nord- und Ostsee besser geschützt werden. Die Beschlüsse blieben allerdings hinter den Forderungen von Umweltschützern zurück, die drastische Fangverbote für beide Meere gefordert hatten.

"Es gab eine breite qualifizierte Mehrheit", sagte ein EU-Diplomat nach dem Treffen. Der Kompromiss sei fast einstimmig verabschiedet worden. Nur Litauen habe dagegen gestimmt, Griechenland habe sich enthalten.

Spanien, das mit 11.000 Fangschiffen die EU-weit größte Fischereiflotte unterhält, setzte sich den Angaben zufolge mit seinem Widerstand gegen den Stopp des Langustenfangs in fünf Meereszonen durch. Der von der EU-Kommission geplante Fangstopp sei fallen gelassen worden. Die EU-Kommission habe außerdem ihre Forderung aufgegeben, in weiten Teilen der Nordsee den Fang von Kabeljau einzustellen. Vor allem Großbritannien hatte dies kritisiert.

Wissenschaftler haben wiederholt gewarnt, in einigen Gebieten sei der Bestand bestimmter Fischarten so gering, dass nur ein Fischfangverbot eine Lösung biete. Kabeljau, Seehecht und Seezunge seien vom Aussterben bedroht.
(apa)

22.12.2004 07:59