Dienstag, 21. Dezember 2004

Zukunft der Postämter in Vorarlberg & Tirol
wieder offen: Gericht erlaubt Schließungen

  • Gespräche mit Bürgermeistern werden nun fortgesetzt

Das Landesgericht Innsbruck hat der Post AG vorerst grünes Licht für die Schließung von Postämtern in Tirol und Vorarlberg gegeben. Die Post hatte gegen eine Einstweilige Verfügung des Gerichts vor rund drei Wochen Rekurs eingelegt und damit nun eine aufschiebende Wirkung erreicht, wonach nun die Gespräche mit den Bürgermeistern weitergeführt werden, erklärte Post-Sprecher Michael Homola am Dienstag.

Der Rekurs selbst wurde noch nicht entschieden. Die Christgewerkschafter in der Post, die die Verfügung zuvor erreicht hatten, geben sich aber weiter kämpferisch. Sie wollen eine Gegendarstellung einbringen, sagte deren oberster Vertreter Manfred Wiedner.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die unterschiedliche Auffassung zwischen Post und Christgewerkschafter, wie gut die Post die von Schließungen betroffenen Mitarbeiter über die Gründe des Zusperrens informiert hat.

Insgesamt will die Post in Vorarlberg 15 Postämter auflassen, in Tirol sollen es 37 sein. Bundesweit will die Post bis Mitte des kommenden Jahres 357 ihrer derzeit noch 1.640 Postämter schließen. Die Rollbalken werden nach Einigung mit den Bürgermeistern voraussichtlich in der Zeit zwischen März und Juni herunter gelassen. 2002 hatte es bereits eine Schließungswelle gegeben. Die Post AG will durch die Rationalisierungspläne bis 2007 pro Jahr 22,7 Mio. Euro einsparen. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte die Post 36 Mio. Euro Dividende an den Eigentümer Staat abgeführt.
(apa/red)

21.12.2004 11:16