Montag, 20. Dezember 2004

Da klingelt der Geldbeutel: Beamte sind Top-Verdiener bei den Unselbstständigen!

  • Geschlechterkampf: Krasser Unterschied bei Bezahlung
  • Steter Zuwachs: Gutes Abschneiden der Pensionisten

Die Beamten sind die Bestverdiener unter Österreichs unselbstständigen Arbeitnehmern. Das hat eine Erhebung der Statistik Austria in Kooperation mit dem Rechnungshof ergeben. Demnach kam ein öffentlich Bediensteter im Jahr 2003 auf ein Netto-Jahreseinkommen von 25.830 Euro (brutto 37.760), der Durchschnitt über alle Gruppen hinweg lag bei nur 15.470 Euro (21.060). Bei Angestellten betrug das Jahreseinkommen rund 17.440 Euro (24.300), bei Arbeitern gar nur bei 12.360 Euro (16.370). Damit bekamen sie sogar weniger als die Pensionisten, die durchschnittlich über ein Einkommen von 12.930 Euro (14.220) verfügten.

Dass man im öffentlichen Sektor auf mehr Geld kommt, zeigt sich auch, wenn man die Entlohnung für gewisse Tätigkeiten direkt vergleich. So erhielten Angestellte und Arbeiter für Hilfs- bzw. angelernte Tätigkeiten zwischen 14.000 und 20.200 Euro jährlich (brutto). Bei den Beamten wird für diesen Sektor ein Durchschnittseinkommen von 21.800 Euro ausgewiesen. Beim Höchstverdienst belegen die Öffentlich Bediensteten mit ihren 52.300 allerdings nur Platz zwei hinter den Angestellten (58.300). Als Vorarbeiter oder Meister muss man sich im Schnitt mit 32.000 Euro begnügen.

Krass ist weiterhin der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Während Männer gesamt gesehen 18.320 Euro netto einstreiften, waren es bei Frauen nur 12.000 Euro. Die einzige Gruppe, wo sich die Differenz einigermaßen in Grenzen hält, sind die Beamten. Hier kamen die Männer auf 27.000 Euro, die Frauen auf 23.990. Zum Vergleich die Arbeiter: Bei ihnen verdienten die Männer mehr als das Doppelte - nämlich 15.400 Euro im Gegensatz zu 7.690 für die Frauen.

Männliche Angestellte räumen ab
Relativiert werden diese Statistiken dadurch, dass in den herangezogenen Medianeinkommen auch Teilzeitbeschäftigungen integriert sind. Nimmt man nur die Vollzeitbeschäftigten her, verlieren die Beamten den ersten Platz als Bestverdiener an die männlichen Angestellten. Bei den Frauen sieht es für die ASVG-Versicherten aber selbst in diesem bereinigten Ranking trüb aus. Die öffentlich Bediensteten verdienen auch Vollzeit deutlich mehr.

Gutes Abschneiden der Pensionisten
Zum Abschluss noch ein Blick auf die Pensionisten. Die höchsten Bezüge gibt es hier bei den Einfach-Pensionisten (14.899), das mittlere Einkommen der Invaliditätspensionisten betrug 12.574 Euro, am niedrigsten fielen dei Witwenpensionen aus - 9.010 Euro. Dieser Wert entspricht auch gleich dem Ausgleichszulagenrichtsatz.

Generell haben die Pensionisten in den letzten Jahren gar nicht so schlecht abgeschnitten. In den letzten fünf Jahren war der Zuwachs beim Jahreseinkommen jeweils höher als bei den unselbstständig Erwerbstätigen - so gab es etwa 2003 bei den Pensionisten ein Plus von 2,4, bei den anderen Gruppen gesamt von 1,2 Prozent. (apa/red)

20.12.2004 19:11