Austria-Rückkehrer Toni Polster: "Mein erstes Ziel ist der Meistertitel 2004/2005"
- "Toni Doppelpack" als General-Manager präsentiert
- Der Ex-Teamstürmer erhält einen Dreijahresvertrag
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Jetzt ist es "amtlich": Toni Polster kehrt nach 17 Jahren im Ausland wieder zu seiner Wiener Austria zurück. Im dunklen Anzug mit violettem Hemd und Krawatte wurde der Heimkehrer am Donnerstag Nachmittag im vollbesetzten Presseraum im Horr-Stadion als neuer starker Mann der Veilchen der Öffentlichkeit präsentiert. Sein offizieller Titel lautet General Manager, sein Vertrag läuft drei Jahre, sein Arbeitsbeginn ist am 1. Jänner. Sein erstes Ziel formulierte er so: "Ich will im Sommer die Schüssel in der Hand halten und den Meistertitel feiern."
Frank Stronach, der via Telefon aus Miami zugeschalten war, freute sich, dass ihm der 40-Jährige zugesagt hat. "So große Macht wie der Toni hat noch nie wer bei der Austria gehabt. Er ist für alles, was im Klub passiert, verantwortlich", ließ der violette Gönner wissen und fügte hinzu, dass dies sowohl für den Marketing- als auch für den Sportbereich gelte. Sportdirektor bleibt Günter Kronsteiner, Trainer Lars Söndergaard, das unterstrichen sowohl der Magna-Gründer als auch Polster. "Ich glaube, das habe ich schon früher deutlich ausgesprochen", so Stronach.
Der Multi-Millionär beteuerte nochmals, dass er jemanden brauche, mit dem er seine Gedanken austauschen und sie auch den Fans vermitteln könne. "Der Toni hat viel Erfahrung gesammelt, war einer der besten Fußballer, er ist ein Austria-Urgestein und er besitzt sehr gutes Verständnis und Ausdrucksweise", sagte Stronach über seinen Statthalter. Der Finanzier möchte den Verein weiter raufbringen. "Ein gewisser Grundstock ist da, aber wir wissen alle, dass wir die Mannschaft verstärken müssen." Er sei jedenfalls zuversichtlich, dass die Austria weiter vorwärts komme.
"Einige Dinge müssen wir ändern"
Polster bedankte sich artig für das in ihn gesetzte Vertrauen. "Ich hoffe, dass ich es auch rechtfertigen kann", waren die ersten Worte nach seiner Inthronisierung. Er habe viele schlaflose Nächte gehabt, viel mit seiner Familie gesprochen und letztlich nach guten, fruchtbaren und intensiven Gesprächen die richtige Entscheidung getroffen. Und er vermittelte gleich allen, wie der violette Wind in Zukunft wehen wird. "Einige Dinge müssen wir ändern, in der Vergangenheit ist etwas unglücklich agiert worden", kritisierte der ÖFB-Rekordtorschütze, der sogar von "Schlangengrube" sprach.
"Daher wird ab jetzt nur noch mit einer Zunge gesprochen. Die Zeit benötigen wir für wertvollere Sachen als Gerüchte zu kommentieren", erklärte "Toni Doppelpack" klipp und klar. In die Aufstellung werde er sich aber nicht einmischen, für die wirtschaftliche Seite ist weiterhin Manager Markus Kraetschmer zuständig. "Und für übergeordnete Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung. Ich werde Austria so gut ich kann repräsentieren, mich aber nicht in den Vordergrund drängen," so Polster, der mit Kronsteiner ebenfalls Kontakt aufgenommen hat.
Gutes Verhältnis zu Kronsteiner
Er habe mit ihm ein gutes Verhältnis. "Er hat mich im Frühjahr 2000 noch zum SV Salzburg als Spieler geholt. Es gibt keinen Grund für ein Mißtrauen, wir können einander in die Augen schauen. Und ich habe den Eindruck, dass er sich freut, noch mehr Unterstützung zu bekommen", so Polster, der wie früher den Austria-Geist förmlich "riechen, spüren und anfassen" will.
Als erste Aufgabe möchte er eine Bestandsaufnahme vornehmen, in den nächsten Wochen mit Spielern und über deren Zukunft sprechen. Schnellschüsse wird es keine geben. Interessante Verstärkungen würden zuerst drei bis zehn Mal beobachtet. "Da müssen wir die Fehler-Quote minimieren." Die derzeitige Mannschaft sei gut und könne das auch noch in drei Jahren sein. Zu seinem ersten Ziel als General Manager hat sich der 40-Jährige den Titel gesetzt: "Im Sommer will ich die Schüssel in den Händen halten und den Meister feiern." (apa/red)
