Vierfach-Triumph bei der Bormio-Abfahrt: Grugger vor Walchhofer, Strobl und Kröll!
- Trainings-Schnellster mit hoher Startnummer zum Sieg
- Mannschaftlich stark: Neun Österreicher in den Top 20
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Die "Stelvio" in Bormio ist und bleibt eine klassische Österreicher-Strecke. Die ÖSV-Armada lieferte am Mittwoch bei der Weltcup-Abfahrt in Italien eine sensationelle WM-Generalprobe ab und feierte einen Vierfachsieg. Bei der vom starken Wind geprägten fünften Saisonabfahrt holte sich der Salzburger Johann Grugger in 1:55,77 Minuten den ersten Sieg seiner Weltcup-Karriere, dahinter folgten die Landsleute Michael Walchhofer (+0,24 Sekunden), Fritz Strobl (0,66) und Klaus Kröll (0,70).
Für die ÖSV-Herren war es der achte Triumph in den vergangen neun Bormio-Abfahrten, gleichzeitig der erste Vierfachsieg seit dem Weltcup-Finale 2004. Damals hatte am 11. März im Super G Hermann Maier vor Stephan Eberharter, Christoph Gruber und Benjamin Raich gewonnen. Wirklich großer Jubel keimte jedoch trotz des Vierfachsieges im "Power Team" nicht auf, zu groß ist die Betroffenheit über die verheerende Flutwellenkatastrophe in Südostasien, die die Läufer via TV in ihren Hotelzimmern mitverfolgt hatten. Grugger, Walchhofer, Strobl und Co. kündigten spontan an, einen Großteil ihrer Preisgelder zu spenden.
Grugger glaubte im Ziel nicht an seinen Sieg
Premierensieger Grugger hatte bereits mit der Trainingsbestzeit am Dienstag im Abschlusstraining seine Gefährlichkeit auf der "Stelvio" eindrucksvoll angekündigt. Trotzdem war der 23-Jährige im Ziel zunächst völlig perplex. "Ich bin sprachlos. Wie ich im Ziel war, habe ich am unteren Ende der Liste meinen Namen gesucht. Dann habe ich erst gecheckt, dass ich ganz vorne bin", erzählte Grugger, der nun beruhigt Richtung WM blicken kann: "Diese Strecke liegt mir, das ist vielversprechend."
Walchhofer spendet einen Teil des Preisgeldes für Südostasien
Trotz des zweiten Platzes keine rechte Freude kam bei Walchhofer auf. "Ich werde mit Sicherheit einen Teil des Preisgeldes den Opfern in Südostasien spenden", meinte der Weltmeister, der gewisse Ähnlichkeiten mit Sieger Grugger aufweist. Beide sind Salzburger, Walchhofer ist Hotelier, Grugger Absolvent einer Hotelfachschule. Sportlich analysierte Walchhofer das Geschehen so: "Über die Punkte bin ich glücklich. Außerdem habe ich gesehen, dass ich auf der WM-Strecke schnell bin."
Auch bei Olympiasieger Strobl stand am Mittwoch nicht das Sportliche im Vordergrund. "In den letzten Tagen habe ich mir schon die Frage gestellt, was das Rennfahren eigentlich bringt. Es ist tragisch, dass wir über Wind und Hundertstel schimpfen und diskutieren, und dort sterben tausende Menschen", meinte der Familienvater aus Kärnten.
Mit neuen Schuhen klappt es jetzt auch bei Kröll
Den Weg aus der sportlichen Talfahrt hat der viertplatzierte Klaus Kröll gefunden. Dank intensiver Schuhtests, die der Steirer vergangene Woche absolviert hat. "Erstmals seit langer Zeit konnte ich wieder voll auf Angriff fahren. Ich glaube, dass ich das Problem endlich gefunden und erfolgreich bekämpft habe", freute sich das Kraftpaket, das vor allem im unteren Teil den Grundstein zum Top-Resultat legte.
Bester Nicht-Österreicher war überraschend der Schweizer Technik-Spezialist Silvan Zurbriggen als Fünfter, Co-Favorit Daron Rahlves folgte auf Platz sechs. Das Österreicher-Paket Christoph Gruber (9.), Werner Franz (10.) und Hermann Maier (11.) machte das mannschaftliche Ergebnis der Österreicher perfekt.
Der weiterhin überlegene Gesamt-Weltcup-Leader Miller wurde nur 14., verteidigte aber knapp das "Rote Trikot" des Führenden im Abfahrts-Weltcup. Im Gesamt-Weltcup führt Miller 316 Punkte vor Benni Raich (am Mittwoch 17.), im Abfahrts-Weltcup nur noch 15 Zähler vor Walchhofer.
| Ergebnis Weltcup-Abfahrt Bormio | |||||
| 1. | Johann Grugger | AUT | 1:55,77 Min. | Schnitt 89,74 km/h | |
| 2. | Michael Walchhofer | AUT | 1:56,01 | +0,24 | +5,97 m |
| 3. | Fritz Strobl | AUT | 1:56,43 | +0,66 | +16,36 m |
| 4. | Klaus Kröll | AUT | 1:56,47 | +0,70 | +17,35 m |
| 5. | Silvan Zurbriggen | SUI | 1:56,90 | +1,13 | +27,9 m |
| 6. | Daron Rahlves | USA | 1:56,95 | +1,18 | +29,12 m |
| 7. | Didier Cuche | SUI | 1:57,05 | +1,28 | +31,56 m |
| 8. | Bruno Kernen | SUI | 1:57,14 | +1,37 | +33,75 m |
| 9. | Christoph Gruber | AUT | 1:57,16 | +1,39 | +34,24 m |
| 10. | Werner Franz | AUT | 1:57,32 | +1,55 | +38,13 m |
| 11. | Hermann Maier | AUT | 1:57,42 | +1,65 | +40,55 m |
| 12. | Didier Defago | SUI | 1:57,43 | +1,66 | +40,8 m |
| 13. | Finlay Mickel | GBR | 1:57,54 | +1,77 | +43,46 m |
| 14. | Bode Miller | USA | 1:57,62 | +1,85 | +45,39 m |
| 15. | Max Rauffer | GER | 1:57,69 | +1,92 | +47,08 m |
| 16. | Andreas Buder | AUT | 1:58,01 | +2,24 | +54,78 m |
| 17. | Benjamin Raich | AUT | 1:58,02 | +2,25 | +55,02 m |
| 18. | Paul Accola | SUI | 1:58,03 | +2,26 | +55,26 m |
| 19. | Peter Fill | ITA | 1:58,13 | +2,36 | +57,66 m |
| 20. | Erik Guay | CAN | 1:58,14 | +2,37 | +57,9 m |
| 21. | Kristian Ghedina | ITA | 1:58,15 | +2,38 | +58,14 m |
| 22. | Alessandro Fattori | ITA | 1:58,17 | +2,40 | +58,61 m |
| . | Ambrosi Hoffmann | SUI | 1:58,17 | +2,40 | +58,61 m |
| 24. | Kurt Sulzenbacher | ITA | 1:58,21 | +2,44 | +59,57 m |
| 25. | Sebastien Fournier-Bidoz | FRA | 1:58,32 | +2,55 | +62,2 m |
| 26. | Antoine Deneriaz | FRA | 1:58,47 | +2,70 | +65,77 m |
| 27. | Florian Eckert | GER | 1:58,51 | +2,74 | +66,73 m |
| 28. | Bryon Friedman | USA | 1:58,57 | +2,80 | +68,15 m |
| 29. | Lasse Kjus | NOR | 1:58,59 | +2,82 | +68,63 m |
| 30. | Stefan Johann Thanei | ITA | 1:58,69 | +2,92 | +71 m |
| weiters : | |||||
| 35. | Mario Scheiber | AUT | 1:59,02 | +3,25 | +78,81 m |
(apa/red)
