Weihnachts-Bilanz: Die ausländische Konkurrenz sitzt Österreich im Nacken
- Herrenchef Giger hat Miller-Jagd noch nicht aufgegeben
- Ski-Damen weisen eine magere Zwischenbilanz auf
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Mit sechs Siegen in 26 Rennen und 25 Podestplätzen (von 78 möglichen) geht der ÖSV in die kurze weihnachtliche Weltcup-Pause. "Einige Nationen haben stark aufgeholt. Wir sind aber in jeder Disziplin vorne dabei, können überall um den Sieg mitfahren", meinte Alpinchef Hans Pum.
Wie "international" der Weltcup diesmal ist, zeigt die Tatsache, dass sich bereits zehn Nationen in die Siegerliste der laufenden Saison eingetragen haben: die USA (7 Siege/sechs Mal Bode Miller), Österreich (6), Finnland (3), Deutschland (3), Kanada (2), Italien (1), Norwegen (1), Kroatien (1), Slowenien (1) und Schweden (1).
Von einer rein-österreichischen Dominanz und Fadesse ist im WM-Winter nichts zu bemerken. Das hat die vergangene Weltcup-Woche eindrucksvoll bewiesen, wo u.a. die Underdogs Max Rauffer (GER), Thomas Grandi (CAN) oder Tina Maze (SLO) mit ihren Siegen für Aufsehen gesorgt haben. Punkto Leistungsdichte ist der ÖSV aber nach wie vor klar die Nummer eins. Das beweist der Blick auf den Nationencup, in dem Österreich mit 4.874 Punkten deutlich vor den US-Amerikanern (2.629) führt.
Trotz starker Verjüngung: Vier Siege
Herren-Chef Toni Giger, dessen Truppe mit vier Siegen und 20 Stockerlplätzen den Großteil der ÖSV-Beute einfuhr, ist nach der starken Verjüngung der Mannschaft im Sommer zufrieden. "20 Stockerlplätze sind super, vier Siege sind auch o.k.. Die konstant guten Leistungen von Raich und die Riesentorlauf-Form von Maier sind toll, auch mit den Jungen wie Scheiber, Lanzinger oder Engl bin ich sehr zufrieden", meinte der Salzburger.
Lediglich der noch fehlende Sieg im Riesentorlauf liegt Giger ein wenig im Magen. Den sechsten Gesamt-Weltcup-Sieg der ÖSV-Herren in Folge hat Giger trotz des weit voran liegenden US-Boys Miller noch nicht abgeschrieben. "Im Moment schaut es nach einer klaren Sache aus, aber wir haben nach wie vor unsere Chancen."
Damen sind noch nicht in Fahrt
Mit zwei Siegen und nur fünf von 33 möglichen Podestplätzen haben die ÖSV-Damen vor Weihnachten hingegen eine sehr magere Bilanz abgeliefert. "Das ist über die Hälfte weniger als im Vorjahr und nicht das, was wir uns erwartet haben", ist Damenchef Herbert Mandl deshalb nicht wirklich zufrieden.
Vor allem in den technischen Disziplinen ist die Bilanz mit nur einem Podestplatz (Schild Zweite im Zauchensee-Slalom) ernüchternd. "Wenn zwei Slaloms und damit ein Viertel der Rennen gleich am Anfang in die Hosen gehen, wird es schwer." Im Riesentorlauf haben seine Mädchen noch überhaupt keinen Podiumsplatz geschafft, "deshalb dürfte hinsichtlich einer kleinen Kristallkugel in den technischen Disziplinen der Zug wohl bereits abgefahren sein", fürchtet Mandl. Die Mädchen zusätzlich unter Druck zusetzen bringe freilich nichts, "denn der ist ohnehin da."
Besser sieht es in den Speed-Disziplinen aus, dafür waren bisher aber ausschließlich die Routiniers mit Dorfmeister, Götschl, Meissnitzer und Obermoser verantwortlich. "Die Jungen sind bis auf Katja Wirth hinter den Erwartungen geblieben. Das skifahrerische Potenzial ist da, es hapert aber bei der Umsetzung", erklärt Mandl. Die Suche nach den Gründen machen ihn aber selbst etwas ratlos. "Wenn das Selbstvertrauen abhanden kommt, ist schnell eine gewisse Unsicherheit da. Zettel und Kirchgasser fahren im Europacup überlegen, im Weltcup schalten sie aber ein bis zwei Sekunden zurück." (apa/red)
