Überraschung in St. Moritz: Tina Maze schlägt im RTL Favoritin Anja Pärson
- Dorfmeister als beste ÖSV-Dame 7., Hosp auf Platz 11
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Anja Pärson feiert auch Weihachten 2004 wieder in Österreich und sie tut es wie im Vorjahr als Weltcup-Führende. Als Zweite des Riesentorlaufs in St. Moritz hinter der Slowenin Tina Maze überholte die Weltcup-Titelverteidigerin am Mittwoch die Finnin Tanja Poutiainen, die als Fünfte erstmals in dieser Saison nicht aufs Podest eines technischen Bewerbes kam. Die Österreicherinnen reisten ohne Podestplatz aus St. Moritz ab. Wie im Super G (4.) war Michaela Dorfmeister auch im Riesentorlauf als Siebente beste ÖSV-Dame, sie war aber die Einzige in den Top-Ten.
Eine ernüchternde Bilanz also, mit der die Mädchen von Herbert Mandl in die willkommenen, aber nur kurzen Weihnachtsferien gehen und danach zu den Heimrennen am Semmering (Riesentorlauf am 28./Nachtslalom am 29.12.) anreisen. Wie schon im Super G kamen viele mit dem aggressiven Schnee auf der WM-Piste von 2003 nicht wirklich zurecht.
Sieben ÖSV-Mädchen hatten sich für das Finale qualifiziert, mit den Plätzen sechs (Niki Hosp), sieben (Renate Götschl), zwölf (Dorfmeister) und 13 (Elisabeth Görgl) sah es durchaus hoffnungsvoll aus. Am Ende gab es aber auch im dritten RTL der Saison keinen Podestplatz. Dorfmeister (7.), Hosp (11.) und Götschl (12.) fielen zurück, Görgl stürzte, was schon im ersten Durchgang Marlies Schild passiert war. Die Salzburgerin hatte sich dabei eine Torstange gegen die Kehle geschlagen und auf die Zunge gebissen. Kathrin Zettel und Silvia Berger hatten die Qualifikation knapp verpasst, auch für Alexandra Meissnitzer (24.) ging das Rennen fast völlig daneben.
Dorfmeister zufrieden
Zufrieden waren am Ende nur Dorfmeister ("Der Platz ist okay. Wir Alten fahren einfach zu rund, also war heute nicht mehr drin"), Hosp ("Zwei lockere Läufe, es geht schon fast wieder so wie im Vorjahr") und die Salzburgerin Michaela Kirchgasser, die mit Startnummer 56 als 17. ihre beste RTL-Platzierung heraus fuhr. Speed Queen Götschl ist hingegen ihrer Bemühungen schon etwas müde. "Die lange Lernphase im Riesentorlauf nervt schon ein bisschen", so die Steirerin.
Im letzten Damenrennen vor Weihnachten setzte sich mit Maze die einzig wirklich gesunde Läuferin jenes Quartetts durch, das nach Lauf eins die Spitze gebildet hatte. Poutiainen (4. nach Lauf eins) wurde mit Hexenschuss und Lokalbetäubung Fünfte, Janica Kostelic (3.) hatte vor dem Rennen wegen Magenbeschwerden eine Infusion erhalten und stürzte im Finale schwer, die grippegeschwächte Halbzeitleaderin Pärson fiel auf Platz zwei zurück.
So nutzte Maze die Gunst der Stunde und fuhr von Platz zwei noch zum ersten Solo-Sieg. Vor zwei Jahren hatte sich die auf der slowenischen Seite des Petzen (Crna na Koroskern) beheimatete, 21-jährige Studentin Platz eins im Riesentorlauf von Sölden ja noch mit Hosp und Andrine Flemmen teilen müssen. Es war auch der bisher letzte Sieg für den slowenischen Verband gewesen, der seit heuer mit Josef Strobl einen "österreichischen" Fahrer und einen österreichischen Hautsponsor (Wiener Städtische) hat. Maze ist nach Pärson und Poutiainen das dritte Siegergesicht dieser Saison im RTL. (apa/red)
| Endklassement Weltcup-Riesentorlauf in St. Moritz: | ||||
| 1. | Tina Maze | SLO | 2:26,99 | |
| 2. | Anja Pärson | SWE | 2:27,11 | +0,12 |
| 3. | M.J. Rienda-Contreras | ESP | 2:27,73 | +0,74 |
| 4. | Karen Putzer | ITA | 2:27,92 | +0,93 |
| 5. | Tanja Poutiainen | FIN | 2:28,46 | +1,47 |
| 6. | Julia Mancuso | USA | 2:28,52 | +1,53 |
| 7. | Michaela Dorfmeister | AUT | 2:28,56 | +1,57 |
| 8. | Anna Ottosson | SWE | 2:28,73 | +1,74 |
| 9. | Karina Birkelund | NOR | 2:28,75 | +1,76 |
| 10. | Genevieve Simard | CAN | 2:28,85 | +1,86 |
| 11. | Nicole Hosp | AUT | 2:28,89 | +1,90 |
| 12. | Renate Götschl | AUT | 2:29,09 | +2,10 |
| 13. | Annemarie Gerg | GER | 2:29,34 | +2,35 |
| 14. | Sonja Nef | SUI | 2:29,50 | +2,51 |
| 15. | Sarah Schleper | USA | 2:29,57 | +2,58 |
| 16. | Ingrid Jacquemod | FRA | 2:29,74 | +2,75 |
| 17. | Michaela Kirchgasser | AUT | 2:29,82 | +2,83 |
| 18. | Sophie Splawinski | CAN | 2:30,09 | +3,10 |
| 19. | Eveline Rohregger | AUT | 2:30,40 | +3,41 |
| 20. | Caroline Lalive | USA | 2:30,45 | +3,46 |
| 21. | Ana Jelusic | CRO | 2:30,60 | +3,61 |
| 22. | Nicole Gius | ITA | 2:30,79 | +3,80 |
| 23. | Manuela Moelgg | ITA | 2:30,84 | +3,85 |
| 24. | Alexandra Meissnitzer | AUT | 2:31,27 | +4,28 |
| 25. | Kirsten L. Clark | USA | 2:31,56 | +4,57 |
| 26. | Marlies Oester | SUI | 2:31,79 | +4,80 |
| 27. | Martina Ertl | GER | 2:31,84 | +4,85 |
Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Marlies Schild (AUT) Allison Forsyth (CAN), Andrine Flemmen (NOR), Kristina Koznick (USA), Maria Riesch (GER)
U.a. nicht qualifiziert: Silvia Berger (AUT), Kathrin Zettel (AUT)
Ausgeschieden im 2. Durchgang u.a.: Elisabeth Görgl (AUT), Janica Kostelic (CRO), Nadia Styger (SUI)
(apa/red)
