Vierschanzen-Tournee: Drei ÖSV-Leute sind dem Favoritenkreis zuzurechnen
- Der Finne Janne Ahonen kommt als Top-Favorit
- Erstmals werden zwei Flutlicht-Springen stattfinden
Ab Dienstag steht für die Skispringer alles im Zeichen des ersten Saisonhöhepunkts: Zum 53. Mal entscheiden acht Sprünge auf vier verschiedenen Schanzen über den Sieger der so traditionsreichen Vierschanzen-Tournee. Nach den ersten acht Weltcup-Bewerben gibt es keinen Zweifel über den Topfavoriten für den Gesamtsieger der Bewerbe in Oberstdorf (29.12.), Garmisch-Partenkirchen (1.1), Innsbruck (3.1.) und Bischofshofen (6.1.): Janne Ahonen, der die Tournee bisher zwei Mal gewonnen hat (1998/99 und 2002/03), steuert auf den dritten Erfolg zu.
"Natürlich ist er der Topfavorit, und es ist auch gut, dass er das weiß. Wir befinden uns in der Jäger-Position und fühlen uns wohl damit", meinte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner vor seiner ersten Tournee in dieser Funktion. "Wir haben drei Springer, die schon auf dem Stockerl waren und jeder der drei hat auch die Chance, ganz oben zu stehen, wenn alles zusammenläuft", hofft "Pointex", der aber zumindest in der Öffentlichkeit keine Platzierungsvorgaben macht.
Pointner: "Sind nicht nur auf das Glück angewiesen"
"Wir möchten handlungsorientiert und nicht ergebnisorientiert denken. Aber wie auch schon der Hölli gesagt hat: Wir sind auf einem Leistungslevel, mit dem wir nicht nur auf das Glück angewiesen sind." Seinem Team rund um die bisherigen Leistungsträger Martin Höllwarth, Thomas Morgenstern und Andreas Widhölzl fehlt im WM-Jahr noch der erste Saisonsieg, es kratzte aber schon mehrmals knapp daran. "Aber wenn man nur das oberste Stockerl im Visier hat, dann verhupft man sich auch leicht", warnt er.
Aber nicht nur Ahonen und das erwähnte ÖSV-Trio zählt er zum Kreis der Favorits. Adam Malysz, den sehr konstanten Jakub Janda, aber auch Roar Ljökelsöy und Matti Hautamäki schätzt er gefährlich ein. "Ahonen hat einen Lauf, er macht sich keine Gedanken mehr. Man springt immer am besten, wenn man so wenig wie möglich in die Abläufe eingreifen muss." Und dies sei bei dem Finnen der Fall.
Österreicher mit Vorbereitung in Seefeld und Innsbruck
Das ÖSV-Team hat sich diese Woche auf der Normalschanze in Seefeld sowie am Tournee-Bakken in Innsbruck mit etwa 20 Sprüngen in aller Ruhe vorbereitet. Pointner hat zum Quartett Höllwarth, Morgenstern, Widhölzl und Wolfgang Loitzl auch noch Andreas Goldberger, Florian Liegl, Andreas Kofler und Balthasar Schneider nominiert. "Wenn ich meine maximale Leistung bringen kann, dann werde ich auch beim einen oder anderen Springen vorne hineinhupfen", meinte "Goldi", ein Tournee-Urgestein. Auf dem Bergisel und in Bischofshofen werden die acht durch weitere acht ÖSV-Springer aus dem nationalen Kontingent ergänzt.
Für ÖSV-Sportdirektor Toni Innauer wäre natürlich ein Top-3-Platz in der Gesamtwertung und auch ein Tagessieg wünschenswert. "Aber ich weiß aus Erfahrung, dass man die Höchstform und das Selbstvertrauen eines Ahonen nicht wegzaubern kann. Wir müssen schauen, dass wir in der Lauerposition stark bleiben und uns wach halten", so der ÖSV-Funktionär.
Neu bei dieser Tournee sind zwei Flutlicht-Springen in Oberstdorf und zum Abschluss in Bischofshofen. "Das ist eine weitere Herausforderung für jeden Athleten. Früher gab es immer den gleichen Tages-Rhythmus, den man jetzt auch während der Tour umstellen muss. Bei einem Nachtspringen hat es keinen Sinn, wenn man den Motor zu früh startet", weiß Pointner.
Für den Vorjahrs-Gesamtzweiten Martin Höllwarth geht es um den ersten Tournee-Sieg. "Es gibt acht Favoriten und ich bin einer von ihnen. Aber es hängt davon ab, wie es in Oberstdorf und Garmisch läuft, danach werden wir mehr darüber wissen."
(apa)
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