Mittwoch, 22. Dezember 2004

Neue Probleme für Euro 2008: EM-Stadion in Klagenfurt erneut als Zankapfel!

  • Land Kärnten fordert Schad- und Klaglosstellung
  • Sonst wird Finanzierungszusage zurückgenommen

Beim Bau des neuen Fußballstadions in Klagenfurt gibt es neuerlich Probleme. Auf Grund eines "vernichtenden Gutachtens" über das bisherige Vergabeverfahren hat das Kollegium der Kärntner Landesregierung über Antrag von Landeshauptmann Jörg Haider (F) am Dienstag eine Schad- und Klaglosstellung durch den Bund und die Stadt beschlossen. Sollte dies nicht geschehen, werde sich das Land aus der Finanzierung zurückziehen.

"Es besteht der Verdacht, dass es im Vorfeld der Vergabe zu Vereinbarungen und Absprachen gekommen ist. Das muss geklärt werden, weil daraus rechtliche Folgen entstehen könnten", erklärte Haider-Sprecher Stefan Petzner am Mittwoch gegenüber der APA. Sportreferent LHSDtv. Peter Ambrozy (S) teilte dazu mit, dass seitens der Rechtsanwaltskanzlei Fink & Sundström dem Land empfohlen wurde, die Schad- und Klaglosstellung zu erwirken oder aus dem Projekt auszusteigen. Der entsprechende Regierungsbeschluss werde allen Mitgliedern der Bewertungskommission zur Kenntnis gebracht.

Bürgermeister Harald Scheucher (V) konterte mit Gutachten der Kanzleien Wolf & Thiess und Quendler und wird dazu in der "Kronenzeitung" zitiert: "Sie haben das Vergabeverfahren überprüft und keine gravierenden Fehler gefunden." Außerdem sei nicht die Stadt, sondern das Institut für Schul- und Sportstättenbau in Wien für die Vergabe zuständig.

Das Stadionprojekt inklusive Ballsportzentrum, Fußballakademie und Verlegung des Stadtgartenamtes ist mit 66,5 Millionen Euro veranschlagt, welche zu je einem Drittel vom Bund, vom Land Kärnten und von der Stadt Klagenfurt aufgebracht werden. (apa)

22.12.2004 16:20