Zweiter Titel für Ex-Klub von Pele: Santos gewinnt die Meisterschaft in Brasilien
- Fünfter Titelgewinn für Coach Wanderlei Luxemburgo
- Happy-End für Robinho nach Entführungsdrama
Das Entführungs-Drama um die Mutter des brasilianischen Fußball-Stars Robinho hatte nun auch ein sportliches Happy End. Robinho gewann mit dem FC Santos, der in den 60er Jahren durch seinen Star Pele weltweit bekannt geworden war, am Sonntag zum zweiten Mal die seit 1971 ausgetragene Landesmeisterschaft. Stürmer Deivid erklärte danach, was für ihn ausschlaggebend war: "Die Entführung der Mutter Robinhos hat uns alle zusammen rücken lassen, hat uns als Team und als Einheit stärker gemacht."
Der 21-jährige Robinho, die zur Zeit begehrteste "schwarze Perle" im Land des fünffachen Weltmeisters, hatte nur einen Kurzkommentar parat: "Meine Freude ist unbeschreiblich." Am Freitag war seine Mutter Marina (44) nach 40-tägiger Verschleppung und der Zahlung von umgerechnet rund 60.000 Euro Lösegeld freigelassen worden. 48 Stunden später gewann sein Klub den Titel. Bei der Meisterfeier jubelte Mutter Marina im Santos-Trikot mit.
Das Team aus der Hafenstadt Santos im Bundesstaat Sao Paulo schlug in der letzten Runde daheim Vasco da Gama mit 2:1 (Tore: Ricardinho, Elano) und beendete die Saison mit 89 Punkten aus 46 und drei Zählern Vorsprung auf Atletico Parana (1:1 gegen Botafogo). Damit gewann der Pele-Klub den zweiten Titel nach 2002 und verbesserte mit 103 Treffern in 46 Begegnungen den Torrekord von Vorjahresmeister Cruzeiro Belo Horizonte (102).
Besonderen Grund zum Feiern hatte Wanderlei Luxemburgo. Für den früheren brasilianischen Nationaltrainer war es bereits der fünfte brasilianische Titel. Damit ist er der erfolgreichste Coach im Land des fünffachen Weltmeisters. "Ich bin einfach ein Star", meinte Luxemburgo nach dem Spiel ganz unbescheiden. Neben Robinho, der von Real Madrid heftig umworben wird, glänzten beim FC Santos in der Saison 2004 vor allem Ricardinho, Elano, Leo, Deivid und Basilio. Einige von ihnen sind bei europäischen Teams im Gespräch.
Kurz vor Mitternacht gab es in Santos einen wahren Karneval, als die Spieler auf einem Feuerwehrwagen durch die Straßen defilierten. Die im Santos-Stadion "Vila Belmiro" vorgesehene Feier wurde wegen der großen Menschenmassen vor den Stadiontoren aber kurzfristig abgesagt. (apa)
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