Raumfahrt '04: Wasser am Mars, Cassini & die Saturnringe und das Wettrennen im All
- Europa & USA kämpften um besten Plätze im Weltraum
- PLUS: Faszinierende BILDER von Mars, Titan & Co.
·BILDER: Spirit und Opportunity am Mars
KLICKEN: Sonden haben wieder Wasser entdeckt
·"Cassini-Huygens":
Erfolgreiche Sonde
Lieferte BILDER vom Mond Titan und den Saturnringen
·Spektakel: BILDER der Mondfinsternis!
Weltweit konnte kupferrote Scheibe bestaunt werden
Mit einer Reihe von Raumsonden haben sich Europäer und Amerikaner im Jahr 2004 einen Wettkampf um die besten Plätze im Weltall geliefert. Die Astronomen überbieten sich gegenseitig mit Beweisen für Wasser auf dem Mars, was wilde Spekulationen auf mögliche Marslebewesen auslöst. Die europäisch-amerikanische Doppelsonde "Cassini-Huygens" sendet gestochen scharfe Bilder der Saturnringe und die Europäer erreichen mit einer unbemannten Sonde zum ersten Mal die Mondumlaufbahn.
Für die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) beginnt das Jahr allerdings mit einem herben Tiefschlag. Im Februar gesteht sie ein, dass ihr Marsroboter "Beagle 2" endgültig verschollen ist. Er war Ende 2003 von der Raumsonde "Mars-Express" ausgesetzt worden und hatte niemals ein Signal gesendet. Ursachen für den Totalverlust könnten Fehler an Airbags und Fallschirm gewesen sein, eine unvorhergesehen dünne Marsatmosphäre oder ein Sturm.
Erfolge für US-Mars-Roboter "Opportunity" und "Spirit"
Besonders bitter für die europäischen Forscher: Die Mars-Roboter "Opportunity" und "Spirit" der US-Weltraumagentur NASA präsentieren derweil hervorragende Bilder von unserem Nachbarplaneten und finden mehrere Hinweise auf große ehemalige Wasservorkommen. Die beiden Marsfahrzeuge sind weit länger agil als vorgesehen und haben ihre auf 90 Tage geplante Mission weit überschritten. Auch das NASA- Weltraumteleskop "Hubble" soll entgegen der ursprünglichen Planung doch repariert werden und weiter Bilder aus dem fernen Universum aufnehmen.
ESA-Sonde weist Wasser am Mars nach
Doch auch die Europäer feiern Erfolge. Die ESA-Sonde "Mars Express" umkreist den Planeten, sendet detailreiche Bilder und weist Wasser an seinem Südpol nach. Zudem entdeckt sie überlappende Vorkommen von Wasserdampf und Methan, deren Herkunft zunächst ungeklärt bleibt. Die erste europäische Mondsonde "Smart-1" erreicht ihr Reiseziel und schwenkt in eine Umlaufbahn um den Mond ein - 35 Jahre nachdem der erste Amerikaner den Mond betreten hat. Nach der vorliegenden Planung wird "Smart-1" im Juli planmäßig auf der Mondoberfläche zerschellen.
Sonde "Genesis" zerbricht
Aber auch die NASA muss 2004 eine Schrecksekunde hinnehmen. Ihre Sonde "Genesis" schlägt in der Wüste von Utah auf, weil sich Fallschirme nicht geöffnet hatten. Die Kapsel zerbricht, doch einige Sonnenstaub-Kollektoren bleiben intakt, so das die im All eingefangenen Partikel aus dem Sonnenwind untersucht werden können.
Forscherstreit um den kleinsten bekannten Planeten
Ein Forscherstreit entzündet sich an der Entdeckung relativ kleiner Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Am 26. August stellen Schweizer Astronomen den kleinsten bekannten Planeten vor, der um einen fremden Stern kreist. Fünf Tage später melden sich US-Astronomen als Erstentdecker einer neuen Klasse von relativ kleinen Planeten, ohne die Genfer Entdeckung überhaupt zu erwähnen.
Planetoide Sedna entdeckt
Mit dem Planetoiden Sedna entdecken US-Astronomen den bisher entferntesten Himmelskörper unseres eigenen Sonnensystems. Sedna ist drei Mal weiter von der Sonne entfernt als der neunte Planet des Systems, Pluto.
Raumsonde "Cassini-Huygens" umkreist den Saturn
Besonders erfolgreich ist in diesem Jahr ein europäisch-amerikanisches Gemeinschaftsprojekt. Die Raumsonde "Cassini-Huygens" begeistert die Astronomen nicht nur mit hoch aufgelösten Aufnahmen vom Saturn sowie seinen Monden und Ringen. Mit Hilfe der Sonde entdecken die Forscher auch mehrere Monde und erstmals seit 25 Jahren wieder einen neuen Ring des Planeten.
So endet der Wettkampf im All in diesem Jahr mit einer gemeinsamen Aktion: Am 25. Dezember soll die europäische Sonde "Huygens" von der amerikanischen Sonde "Cassini" abgetrennt werden, um wenige Wochen später in die Gashülle des Saturnmondes Titan einzutauchen und auf seiner Oberfläche zu landen. "Cassini" hat schon eifrig Daten des Mondes gesammelt, um "Huygens" eine möglichst sanfte Landung zu ermöglichen.(apa/red)
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