Appell an Israel von Abbas in Betlehem: Muss Bereitschaft zum Frieden zeigen
- Palästinenser-Führer nahm an Mitternachtsmette teil
- Auch Patriarch von Jerusalem rief zum Frieden auf
Mit einem Aufruf zum Ende der Gewalt im Nahen Osten ebenso wie im Irak hat der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, die traditionelle Mitternachtsmesse in Bethlehem begangen. Er dankte auch dem neuen PLO-Chef Abbas für sein Kommen. Dies zeuge von Respekt für die Christen. Abbas hat an Israel appelliert, Bereitschaft zu einer Friedenslösung im Nahen Osten zu zeigen.
Sabbah sagte vor tausenden Christen in der St. Katharinen-Kirche von Bethlehem, die palästinensische Bevölkerung lebe nach wie vor in einer "Situation des Konflikts und der Gewalt, der Unsicherheit und der Angst, der militärischen Besatzung, des Trennungswalls, der zu Gefängnissen gewordenen Städte und der Erniedrigungen."
Abbas: "Wir sind zum Frieden bereit"
Der Geistliche dankte PLO-Chef Abbas und dem palästinensischen Übergangspräsidenten Fattuh für ihre Teilnahme and der Mette. Dies zeuge von ihrem Respekt für die Christen, die zusammen mit den moslemischen Palästinensern lebten. Abbas sagte: "Wir wollen heute eine Botschaft an alle Welt senden, dass wir Frieden verlangen." Wenn Israel zum Frieden bereit sei, "sind wir zum Frieden bereit."
Die Palästinenser halten sich nach seinen Worten weiter am Friedensprozess, sagte Abbas weiter. Er besuchte als erster palästinensischer Politiker seit 2000 die Weihnachtsfeierlichkeiten in der Stadt im Westjordanland. Israel hatte im Vorfeld die Reisebeschränkungen nach Bethlehem aufgehoben.
Hamas gewann in sieben Gemeinden
Indes haben weitere Teilergebnisse der Kommunalwahlen im Westjordanland massive Gewinne für die israelfeindliche Palästinenserorganisation Hamas gezeigt. Die Hamas gewann vorläufiger Auszählung zufolge in sieben, die Fatah-Bewegung des verstorbenen palästinensischen Präsidenten Arafat in elf Gemeinden. Das offizielle Ergebnis wird für Samstag erwartet.
Im Westjordanland und dem Gazastreifen beginnt am Samstag offiziell der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl am 9. Jänner. Die sieben Kandidaten für die Nachfolge von Arafat haben Zeit bis 7. Jänner um Mitternacht, um die Wähler zu mobilisieren. Als klarer Favorit bei dem Urnengang gilt PLO-Chef Abbas von der Fatah-Organisation. (apa)
