Geheimdienst SBU: Keine Verwicklung in Giftanschlag auf Juschtschenko
- Vergiftetes Essen bei Treffen mit SBU-Chef
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Der ukrainische Geheimdienst hat jede Verwicklung in den mutmaßlich Giftanschlag gegen den oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Viktor Juschtschenko zurückgewiesen. Es bestehe keine Verbindung zwischen dem SBU und der Verschlechterung von Juschtschenkos Gesundheitszustand, hieß es in einer am Freitag in Kiew veröffentlichten Erklärung.
Dem Geheimdienst liege kein offizielles Dokument vor, aus dem hervorgehe, wann oder wo der Präsidentschaftskandidat vergiftet worden sein könnte.
Juschtschenko war Anfang September schwer erkrankt, nachdem er am Tag zuvor mit dem SBU-Chef Ihor Smetschko und dessen Vize Wolodimir Sazjuk gemeinsam zu Abend gegessen hatte. Das Treffen war auf Bitte des Geheimdienstes erfolgt. Wiener Ärzte diagnostizierten inzwischen eine Dioxin-Vergiftung mit Verdacht auf Fremdverschulden. Sajzuk wurde mittlerweile aus dem Dienst entlassen.
Unterdessen ging der Präsidentschaftswahlkampf in der Ukraine in die Schlussphase. Juschtschenko wollte gegen 12.30 Uhr (11.30 Uhr MEZ) eine Pressekonferenz geben und später eine Fernsehansprache halten. Sein Konkurrent, der beurlaubte Regierungschef Viktor Janukowitsch, wollte im Westen des Landes einen letzten Wahlkampfauftritt absolvieren. Am Sonntag treten die beiden Kandidaten zum zweiten Mal in einer Stichwahl gegeneinander an.
Aus der ersten Stichwahl war Janukowitsch offiziell als Sieger hervorgegangen; die Wahl wurde später jedoch vom ukrainischen Verfassungsgericht nach massivem Druck der Opposition wegen starker Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt. Laut Umfragen liegt Juschtschenko bis zu 14 Prozentpunkte vor Janukowitsch.(apa)
