"Größerer Streit": USA drohen EU bei Fall
des Waffenembargos gegen China
- Pentagon: 'Europa hilft China dabei, Amerikaner zu töten'
Die USA haben verärgert auf die Ankündigung der EU-Staats- und Regierungschefs reagiert, das Waffenembargo gegen China aufheben zu wollen. Sollte die EU tatsächlich erste Schritte zur Beendigung des Embargos unternehmen, könnten die USA ihre Lieferungen sensibler Militärtechnologien an die europäischen Verbündeten zurückhalten, berichtete die britische Zeitung "Financial Times" in ihrer Freitagsausgabe.
Ein hochrangiger Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagte für den Fall "einen größeren Streit" zwischen den EU-Mitgliedsstaaten und Washington vorher: "Die Rede ist davon, den Chinesen dabei zu helfen, Amerikaner noch wirksamer zu töten. Das sollte Europa besser unterlassen", betonte der Beamte gegenüber der Zeitung.
Das Waffenembargo war vor 15 Jahren nach dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz verhängt worden. Die chinesische Regierung kritisiert die Maßnahme als Relikt des Kalten Kriegs. In der vergangenen Woche hatten die EU-Staats- und Regierungschef auf ihrem Brüsseler Gipfel ihren "politischen Willen" erklärt, das Embargo aufzuheben und die Zusammenarbeit mit der Volksrepublik auf allen Gebieten zu vertiefen. Gleichzeitig ermahnten sie Peking, die Menschenrechte und regionale Stabilität zu achten. Die USA fürchten unter anderem, eine Ende der Sanktionen könnte die Bedrohung Taiwan durch die Volksrepublik verschärfen sowie die innenpolitische Repression ankurbeln.(apa/red)
