Blutiges Massaker in Honduras: Rebellen
erschießen 26 Menschen in Linienbus
- Attentäter hinterlassen Drohbrief gegen Regierung
- Drahtzieher des Anschlags vorerst noch unbekannt
Als Drohgebärde an die Regierung haben Angreifer in Honduras einen Anschlag auf einen Linienbus verübt und dabei mindestens 26 Menschen getötet. Nach Behördenangaben feuerten die Unbekannten am Donnerstag mit Maschinengewehren auf den Bus mitten in der Stadt Chamelecon rund 230 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tegucigalpa.
16 Insassen waren auf der Stelle tot, zehn starben im Krankenhaus, 35 weitere wurden verletzt. Präsident Ricardo Maduro sprach von einer "barbarischen und feigen Tat". Die Angreifer hinterließen im Bus einen Drohbrief an den Staatschef. Ob der Anschlag auf das Konto von Drogenbanden oder Guerillatruppen ging, war zunächst unklar.
Die Regierung setzte für Hinweise zur Ergreifung der Täter eine Belohnung von umgerechnet rund 39.000 Euro aus. Maduro reiste persönlich nach Chamelecon, um den Polizeieinsatz zu koordinieren. Dies sei ein Angriff, der sich "weder gegen einzelne Personen, noch gegen eine Partei oder gegen jemanden im Besonderen wendet", sondern es handele sich um einen Angriff auf das honduranische Volk, sagte er in einer Ansprache in Rundfunk und Fernsehen.
Die Täter hinterließen einen Brief, in dem sie Maduro und andere Amtsträger, die mit dem Kampf der Regierung gegen das organisierte Verbrechen befasst sind, mit dem Tode bedrohten. Erst am Dienstag hatte Maduro bekannt gegeben, dass es Morddrohung gegen ihn gebe. Der Staatschef hat dem zunehmenden Bandenkrieg in Honduras den Kampf angesagt. In diesem Jahr erließ er ein Gesetz, durch das bereits die Mitgliedschaft in einer Bande mit bis zu zehn Jahren Gefängnis geahndet werden kann.
Die honduranischen Behörden vermuteten die Täter im Umfeld einer Jugendbande. Gerüchten zufolge könnte jedoch auch eine Guerillaorganisation hinter dem Anschlag stecken. Laut Presseberichten gaben sich die Unterzeichner des Drohschreibens als Mitglieder der "Volksbefreiungsbewegung Cinchonero" aus, einer Guerillagruppe die sich vor mehr als zehn Jahren aufgelöst hatte.
(apa)
