Mittwoch, 22. Dezember 2004

Knapp vor der Präsidentschaftswahl in der
Ukraine: Erneut Großdemo der Opposition!

  • Juschtschenko warnt vor bewaffneter Einmischung
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Der ukrainische Oppositionsführer Viktor Juschtschenko hat vor einer Einmischung bewaffneter Kräfte bei der Wiederholung der Präsidenten-Stichwahl am Sonntag gewarnt. Juschtschenko sprach vor mehreren tausend Anhängern am Mittwochabend auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Die Menge gedachte dort mit einer Großkundgebung des Auftakts ihres friedlichen Protests gegen die manipulierte Wahl vor einem Monat.

"Es gibt Kräfte, die eine Unterbrechung (der Wahl) vorbereiten und sie stellen Brigaden zusammen, Gruppen, die sich bereit machen, nach Kiew zu kommen", sagte Juschtschenko. Welche Kräfte er meinte, sagte der Präsidentschaftskandidat nicht.

Darüber hinaus rief der bereits als "Präsident" angekündigte Juschtschenko die Menge der Demonstranten auf, weiter für den Machtwechsel zu demonstrieren. Er forderte eine Fortsetzung der so genannten orangefarbenen Revolution bei der Stichwahl am Sonntag: "Lasst uns hierhin zurückkommen und bis zum Sieg bleiben."

Zudem dankte Juschtschenko, der von seiner Frau und dem aus der Ukraine stammenden Boxer-Brüderpaar Witali und Wladimir Klitschko begleitet wurde, seinen Anhängern dafür, dass die Proteste gewaltlos geblieben seien. Er werde ein Staatsoberhaupt "für die ganze Ukraine" sein, versprach der Oppositionskandidat seinen Zuhörern.

Die Opposition wollte mit der Veranstaltung den Druck auf die ukrainischen Behörden aufrechterhalten, diesmal für einen korrekten Ablauf der Stichwahl zu sorgen. Der Oberste Gerichtshof hatte die erste Stichwahl vom 21. November nach massiven Protesten wegen Wahlfälschung für ungültig erklärt und eine Wiederholung angeordnet. (apa)

22.12.2004 21:07