Schwerer Angriff auf US-Stützpunkt in
Mosul: 26 Tote und über 57 Verletzte
- Raketen schlugen in Kantinenzelt zur Mittagszeit ein
- Blutigster Anschlag seit Beginn des Irak-Krieges
Bei dem blutigen Anschlag auf einen US-Stützpunkt am Dienstag in der nordirakischen Stadt Mossul sind allein 15 Mitarbeiter der US-Armee getötet worden. Dies teilte ein Sprecher der US-Armee mit, der jedoch offen ließ, wie viele der Opfer Soldaten waren. Damit war der Angriff für die US-Streitkräfte der blutigste seit Beginn des Irak-Kriegs. Es habe sich um einen Anschlag auf den Speisesaal gehandelt, wo gerade zahlreiche Menschen ihr Mittagessen einnahmen.
Insgesamt wurden bei der Explosion in der Kantine des Stützpunktes mindestens 26 Menschen getötet und 57 verletzt. Die Nationaliät von drei Toten sei noch unbekannt. Einer Sprecherin des US-Konzerns Halliburton zufolge waren unter den Toten vier Mitarbeiter der Tochterfirma KBR und drei KBR-Subunternehmer.
Ein US-Journalist, der zum Zeitpunkt des Anschlags vor Ort war, berichtete, durch die Explosion seien alle Soldaten von ihren Stühlen gerissen worden. Er habe Blutlachen auf dem Boden gesehen. Einge Soldaten hätten nach einem Arzt gerufen. Essenstische wurden demnach als Bahren benutzt, um Verletzte aus dem Gebäude zu bringen.
George W. Bush kondoliert den Hinterbliebenen
US-Präsident George W. Bush hat am Abend den Hinterbliebenen der 22 Opfer kondoliert. "Unsere Gedanken und Gebete sind mit den Opfern und ihren Familien", sagte der Sprecher des Weißen Hauses Scott McClellan am Dienstag in Washington.
Bush bekräftigte nach dem Anschlag seine Entschlossenheit zur Fortsetzung des Militäreinsatzes. Zugleich nannte Bush am Dienstag beim Besuch eines Militärhospitals bei Washington den Tod der 19 US-Armeeangehörigen kurz vor dem bevorstehenden Weihnachtsfest besonders tragisch. Die Angehörigen sollten wissen, dass es sich im Irak um einen lebenswichtigen Einsatz für den Frieden handele, sagte Bush. Er dankte den Soldaten und deren Familien für ihre Opferbereitschaft. Bush zeigte sich zuversichtlich, dass die Demokratie am Ende den Sieg davontragen werden.
Fast täglich Unruhen in Mosul
In Mosul war es lange Zeit nach dem US-Einmarsch in den Irak 2003 im Vergleich zu anderen Teilen des Landes relativ ruhig. Aber seit dem US-Angriff auf Falluja im November hat sich die drittgrößte Stadt zu einem Schauplatz fast täglicher Auseinandersetzungen entwickelt. In der Stadt protestierten am Dienstag rund 400 Studenten gegen die Festnahmen von Zivilpersonen durch die US-Streitkräfte. Auch Geistliche und Frauen seien von den Verhaftungen nicht ausgenommen. Außerdem kritisierten sie, dass Soldaten Privatwohnungen und Moscheen beträten.
Ungarische Truppen ziehen aus Irak ab
Für das 300-köpfige ungarische Truppen-Kontingent endete seine Mission im Irak. Wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Dienstag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium berichtete, zogen die letzten ungarischen Soldaten am Montag ab. Das Parlament hatte sich gegen eine Verlängerung des Mandats für das Transport-Kontingent ausgesprochen. Budapest will aber im Juni 150 Soldaten für eine NATO-Ausbildungsmission nach Bagdad entsenden.
(apa)
