Folter im Abu Ghraib-Gefängnis im Irak: Angeklagter US-Soldat wird freigesprochen!
- Unteroffizier schlug gefesselten Häftling bis zum Tod
- Bei US-Luftangriff sterben erneut vier Iraker
Ein Freispruch und eine zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe von sechs Monaten sind das Ergebnis eines Militärjustizverfahrens gegen zwei im irakischen Gefängnis Abu Ghraib eingesetzte US-Soldaten. Die beiden Angehörigen der Marine-Spezialeinheit SEAL wurden beschuldigt, irakische Gefangene misshandelt zu haben.
In dem mit Freispruch beendeten Verfahren war ein Unteroffizier angeklagt, einen mit Handschellen gefesselten Häftling geschlagen zu haben, der danach starb. In dem anderen Fall ging es um die Misshandlung bei einem Verhör. Die Namen der Beschuldigten wurden nicht mitgeteilt. Den Ausgang des nichtöffentlichen Verfahrens vor Hauptmann James O'Connell in Coronado bei San Diego gaben die Anwälte der Soldaten am Montag bekannt.
Vier Iraker bei US-Luftangriff getötet
Bei einem US-Luftangriff im Irak sind nach Angaben eines Arztes mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Die Amerikaner hätten am Dienstag in der Früh ein Ziel in der Stadt Hit westlich von Bagdad bombardiert, sagte Hamdi Alosi, der im örtlichen Krankenhaus arbeitet. Mindestens sieben weitere Iraker seien verletzt worden. Mehrere Autos und zwei Häuser seien beschädigt worden. Seitens der US-Streitkräfte lag zunächst keine Stellungnahme vor.
In der Nähe von Hawija, rund 240 Kilometer nördlich von Bagdad, wurden bei der Explosion einer Autobombe fünf US-Soldaten und ein Iraker verletzt. Die Mitglieder einer Spezialeinheit seien zum Zeitpunkt des Anschlags am Montag in einem Geländefahrzeug unterwegs gewesen, teilten die US-Streitkräfte am Dienstag mit. Ein Verdächtiger wurde am Tatort festgenommen.
Nach einem Angriff auf die wichtigste Pipeline vom Nordirak in die Türkei mussten die Öllieferungen in die türkische Hafenstadt Ceyhan vorübergehend unterbrochen werden. Aufständische bombardierten die Pipeline bei Fatha, 110 Kilometer südwestlich von Kirkuk, am Montagabend, wie ein Sprecher der Gesellschaft North Oil am Dienstag mitteilte.
Ungarn beendet Truppenabzug aus Irak
Die letzten der 300 ungarischen Soldaten im Irak haben das Land am Montag verlassen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Budapest sagte am Montag, die Soldaten seien nun in Kuwait und kämen bis Weihnachten nach Hause. Das ungarische Parlament hatte den Einsatz der Soldaten im vergangenen Jahr genehmigt, ihn aber bis Ende 2004 begrenzt.
Eine Verlängerung des Einsatzes um drei Monate wurde im November von der Mitte-rechts-Opposition abgelehnt. Die Truppe war in einer Transporteinheit südlich von Bagdad eingesetzt. Einer der Soldaten wurde im Juni bei der Explosion einer Bombe getötet.
(apa)
