Donnerstag, 23. Dezember 2004

UN-Proteste zeigen Wirkung: Steinigung von Ehebrecherin im Iran ausgesetzt!

  • Zunächst unklar, ob Todesurteil aufgehoben ist

Nach Protesten einer Menschenrechtsorganisation ist im Iran die Steinigung einer Ehebrecherin vorerst ausgesetzt worden. Zunächst solle nun die Entscheidung der Begnadigungskommission abgewartet werden, zitierte die reformorientierte Tageszeitung "Tossee" am Donnerstag einen Justizmitarbeiter. Die Zeitung machte keine Angaben dazu, ob allein die Steinigung oder das Todesurteil an sich zeitweise aufgehoben wurde.

Nach Zeitungsangaben hatte die betroffene Iranerin, Hadschieh Esmailwand, vor vier Jahren zusammen mit ihrem Liebhaber ihren Ehemann getötet. Ihr Komplize wurde zum Tod durch Erhängen verurteilt. Ein Gericht in Dscholfa im Nordwesten verurteilte Esmailwand zu 100 Peitschenhieben, fünf Jahren Gefängnis und anschließendem Tod durch den Strick. Das Verfassungsgericht wandelte das Urteil später wegen Ehebruchs in Tod durch Steinigung um. Amnesty International forderte die iranische Regierung auf, den Fall zu überprüfen. (apa)

23.12.2004 17:37