Außenministerium teilt mit: Vermisstenzahl reduziert - noch 488 Österreicher gesucht
- Noch immer offiziell zehn tote Landsleute durch Flut
- Österreichs offizielle Gedenkveranstaltung am Freitag
·Thailand: Hotlines für Angehörige
Thailändische Regierung gibt Auskunft über Urlauber
·Sri Lanka: Hotlines und Website
Infos für Angehörige über Touristen
·Außenministerium bittet um Mithilfe
Notruf-Hotlines: 0501-150- 4411 und 0800-222-666
·Mehr als 100 Tote: Trauriger Rekord
Bei keinem anderen Unfall mehr Österreicher tot
·Überblick: Anzahl getöteter Ausländer
Offizielle Angaben aus den Heimatländern der Opfer
·Tsunami: Hoffnung in Asien schwindet!
Suche nach Überlebenden wird vielerorts eingestellt
·Identifizierung der Leichen schwierig
Internationale Teams kooperieren bei der Arbeit
·So erlebten Augen- zeugen die Todesflut
KLICKEN: Tsunami riss ganz einfach alles mit
·Die BILDER der Flut-
Katastrophe in Asien!
26. Dezember 2004: Tod, Verwüstungen und Trauer
488 Österreicher wurden am Freitag in den Krisengebieten in Südostasien noch vermisst, wie Herwig Haidinger vom österreichischen Krisenstab im Rahmen des täglichen Medienbriefings im Außenministerium mitteilte. Seit Donnerstag konnten somit 52 als vermisst geltende Personen "durch intensive kriminalpolizeiliche Ermittlungen" ausfindig gemacht werden. In den am stärksten betroffenen Gebieten in Thailand und Sri Lanka werden weiterhin 313 Österreicher gesucht, am Vortag waren es noch 355.
Vor allem die von der Polizei erbetenen Abgängigkeitsanzeigen hätten "eine merkliche Bewegung" bei der Reduzierung österreichischer Vermisstenzahlen verursacht, erklärte Haidinger den erneuten starken Rückgang der als vermisst geltenden Personen. Außerdem hätten sich Rucksacktouristen zurückgemeldet, von denen fälschlicherweise angenommen wurde, dass sie sich zum Zeitpunkt des Tsunami in den betroffenen Gebieten aufgehalten hätten.
Unter dem Vorsitz von Außenministerin Ursula Plassnik, Innenministerin Lise Prokop und Verteidigungsminister Günther Platter tagte Freitag früh der Krisenstab in Wien. Hier wurde laut Astrid Harz, Sprecherin des Krisenstabs, festgehalten, dass die organisierte Rückholung von Österreichern am Montag vorerst abgeschlossen sein wird. Zwei bisher nicht transportfähige Verletzte, die sich derzeit noch in Spitälern in Bangkok befinden, werden am Montag nach Wien zurückgebracht.
Warnung vor Reisen in Krisenregion
Damit wurden mit Hilfe der österreichischen Behörden und der AUA 1.700 Landsleute zurückgeholt. Insgesamt seien seit Beginn der verherenden Flutkatastrophe in Südostasien zwischen 2.500 und 3.000 Österreicher heimgekehrt, von denen sich allerdings nicht alle in unmittelbar betroffenen Regionen aufgehalten hätten, schätzte Harz. Die Sprecherin wiederholte ihre Bitte an alle Angehörigen von Vermissten, derzeit nicht auf eigene Faust in die Krisenregionen zu reisen und dort nach Verwandten zu suchen. Das sei laut Harz nicht zielführend und überdies könne "man nichts tun."
Niemand muss für Rücktransport der Toten zahlen
Die Zahl der offiziell durch die Flutkatastrophe ums Leben gekommenen Österreicher wurde weiterhin mit zehn angegeben. Was die Finanzierung eines eventuellen Rücktransports von Leichen anging, konnten Harz und Haidinger noch keine gesicherten Angaben machen. Harz meinte aber, dass die Kosten für die "Rückführung der Toten entweder von Versicherungen abgedeckt werden, oder die öffentliche Hand einspringen und nach Lösungen suchen werde."
Allgemeiner Rücktransport könnte teuer kommen
Der Rücktransport könnte Betroffene teuer zu stehen kommen, die keine private Zusatzversicherung abgeschlossen haben. Da Österreich mit keinem der in Mitleidenschaft gezogenen Staaten ein Sozialversicherungsabkommen unterhält, sind die Gebietskrankenkassen nicht zur Kostenübernahme verpflichtet. Wenn auch der Reiseveranstalter oder die Reiseversicherung nicht zum "Einspringen" bereit sind, muss der oder die Verletzte die Kosten selbst tragen bzw. jahrelang darum prozessieren.
Die Arbeiterkammer (AK) appelliert daher an die Bundesregierung, in solchen Fällen die Kosten zu übernehmen. "Die Betroffenen sollten nicht mit diesen Kosten übrig bleiben", sagte Monika Weißensteiner, stellvertretende Abteilungsleiterin für Sozialversicherung, am Freitag.
Die in Thailand oder in Sri Lanka in Anspruch genommene ärztliche bzw. stationäre Behandlung müsste überdies belegt werden, um diese von den Gebietskrankenkassen zumindest zum Teil abgegolten zu bekommen. Dies dürfte nicht immer möglich sein, so dass die AK auch in diesen Fällen an Kulanz appelliert: Die Krankenkassen sind gesetzlich nur zur Übernahme von 80 Prozent der Kosten verpflichtet, die dieselbe Leistung im Inland ausmachen würde, so dass Betroffene wohl in jedem Fall nicht unbeträchtliche Summen aus eigener Tasche zu bezahlen haben dürften, mutmaßte Weißensteiner.
Lunacek verlangt von Regierung Verdoppelung der privaten Spenden
Eine Verdoppelung der privaten Spenden hat am Freitag die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek, von der Regierung gefordert. Das sei ein "Gebot der Stunde", meinte sie in einer Aussendung. Der Wiener Weihbischof Ludwig Schwarz erneuerte indes die Forderung nach steuerlicher Absetzbarkeit von Spenden für karitative Zwecke. Es sei ein "politisches und finanzielles Armutszeugnis" eines der reichsten Staaten der Erde, dass Österreich seit Jahren nicht nur bei der Entwicklungszusammenarbeit, sondern jetzt auch bei der Not- und Wiederaufbauhilfe für Südasien "europäisches Schlusslicht" sei, kritisierte Lunacek.
Gedenkveranstaltung statt Jubiläumsitzung im Parlament
Österreichs offizielle Gedenkveranstaltung für die Opfer der Flutkatastrophe soll kommenden Freitag stattfinden. Damit wird auch das Programm der Festsitzung aller National- und Bundesräte, die schon längere Zeit zum Auftakt des Jubiläumsjahres 2005 geplant war, verändert, gab Nationalratspräsident Andreas Khol (V) Freitag früh im Radio-Morgenjournal bekannt.
"Das wird das offizielle staatliche Totentgedenken nicht nur für die österreichischen Opfer und Vermissten, für deren Rückkehr wir beten, sein". Es werde aber auch "der gesamten Naturkatastrophe" im Indischen Ozean gedacht werden. (apa/red)
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