Montag, 20. Dezember 2004

Prokop-Nachfolge in Niederösterreich entschieden: Gabmann LH-Stellvertreter

  • Ernest Gabmann war bisher Wirtschaftslandesrat
  • Landratsposten für Soziales & Sport an Petra Bohuslav

Wirtschaftslandesrat Ernest Gabmann (ÖVP) wird neuer Landeshauptmannstellertreter in Niederösterreich. Der 55-Jährige tritt die Nachfolge von Liese Prokop an, die am Mittwoch als Innenministerin angelobt wird. Als designierte Landesrätin präsentierte LH Erwin Pröll Petra Bohuslav, bisher Geschäftsführerin im Casino Baden. Die beiden "Neuen" werden bereits am Dienstag gewählt.

Gabmann, seit 1992 in der Landesregierung, wird seine Agenden - Wirtschaft, Technologie und Tourismus - behalten. Dazu kommt der Bereich Raumordnung - bisher bei Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka, der andererseits aus dem Ressort Prokops die Wohnbauförderung übernimmt. Bohuslav wird für Soziales, Sport und zeitgenössische Kultur zuständig sein.

Pröll betonte, die im Landesparteivorstand einstimmig getroffenen Personalentscheidungen würden "rasche Handlungsfähigkeit signalisieren". "Gabmann ist zwölf Jahre an meiner Seite in der NÖ Landesregierung", so der Landeshauptmann. In der wirtschaftspolitischen Entwicklung des Bundeslandes sei "sehr viel gefordert" gewesen. "Ernest Gabmann hat diese Aufgabe exzellent bewältigt".

1996 wurde Bohuslav Geschäftsführerin des Archäologieparks Carnuntum. "Ich habe ihre Arbeit schon damals bewundert." 2001 wurde sie "zu meinem Leidwesen", wie Pröll betonte, von Casinos Austria abgeworben.

Gabmann zeigte sich "stolz und glücklich". Bohuslav, die kein ÖVP-Mitglied ist, sprach von einem "Wechselbad der Gefühle", nachdem sie der Anruf des Landeshauptmannes ereilt hatte.

SPÖ-NÖ-Vorsitzende Heidemaria Onodi reagierte auf die Entscheidung mit Lob für Gabmann, den sie als erfahrenen Landespolitiker für Niederösterreich schätze. Begrüßenswert sei, dass mit Petra Bohuslav wieder eine Frau in Regierungsfunktion kommt. FPÖ-NÖ-Fraktionsobmann Thomas Ram äußerte sich ebenfalls positiv: Der Wirtschaftslandesrat sei eine integere Person. Kritisch hingegen die NÖ Grünen: Das Bundesland sei nun wieder "fest in Männerhand". (apa)

20.12.2004 15:59