Ana ist wieder zu Hause: 14-Jährige nach Misshandlungen aus Spital entlassen
- Mädchen von zwei anderen Kindern brutal verprügelt
- Genauer Tathergang nach wie vor nicht geklärt
Jenes 14 Jahre alte Mädchen, das vor mehr als einer Woche in Kärnten von zwei anderen Kindern in einem Schulbus schwer misshandelt worden ist, konnte am Wochenende das LKH Villach wieder verlassen. Der genaue Tathergang ist nach wie vor nicht im Detail geklärt.
Die 14-jährige Ana aus Stockenboi (Bezirk Villach-Land) war in einem mit Schülern voll besetzten Autobus auf der Strecke von Feistritz/Drau nach Stockenboi von zwei anderen Kindern, einem elfjährigen Mädchen und einem 13 Jahre alten Buben, attackiert worden. Die beiden sollen mit einer Glasflasche mehrfach mit voller Wucht auf den Kopf Anas eingeschlagen haben. Am Sonntag kamen allerdings Gerüchte auf, dass es sich bei der Tatwaffe um eine Plastikflasche gehandelt haben soll.
Die 14-Jährige stieg nach dem Vorfall selbst aus dem Bus aus und ging - mit einer blutenden Wunde am Kopf - zu Fuß rund vier Kilometer weit nach Hause. Nach Angaben der Gendarmerie verschlechterte sich ihr Zustand aber sukzessive, so dass ihre Mutter sie mit dem Auto ins LKH nach Villach brachte. Dort diagnostizierten die Ärzte schwere Kopfverletzungen, das Mädchen wurde auf die Intensivstation gelegt.
Bei der Attacke auf die Schülerin soll das elfjährige Mädchen die treibende Kraft gewesen sein, der Bub soll nur halbherzig mitgewirkt haben. Die Mutter der Täterin und jene des Opfers hatten nach dem Vorfall telefonischen Kontakt. Dabei soll die Mutter der Elfjährigen darum gebeten haben, von einer Anzeige abzusehen. Die erst vor kurzem aus Deutschland zugezogene Familie des Opfers stimmte dieser Bitte zu und verständigte tatsächlich nicht die Gendarmerie.
Erst das Krankenhaus zeigte den Vorfall an, warum die Meldung allerdings erst Tage später erfolgte, war am Sonntag noch ungeklärt. Die medizinische Direktion war auf Grund der Weihnachtsfeiertage nicht besetzt, hieß es gegenüber der APA. Ob Ana tatsächlich bleibende Schäden zu befürchten hat, wie am Wochenende kolportiert worden war, konnte am Sonntag ebenfalls nicht verifiziert werden. Da sie aber bereits nach Hause entlassen worden ist, dürften sich die Verletzungen als doch nicht ganz so gravierend herausgestellt haben.
Strafrechtlich haben die Elfjährige und der 13-Jährige nichts zu befürchten, da sie noch nicht strafmündig sind. Die beiden, die laut Gendarmerie in der Schule als gewalttätig bekannt sind, werden allerdings beim Jugendamt angezeigt.
(apa/red)
